So können Sie Ihr Portfolio absichern

Der US-Aktienmarkt ist bereits ambitioniert bewertet und die potenziellen Auslöser einer kräftigen Korrektur an den Börsen sind zahlreich. Doch dagegen kann man sich absichern.

Das Shiller-KGV im S&P 500-Index hat mit 28,9 den höchsten Stand seit der High-Tech-Blase erreicht. Der historische Medianwert lag indessen bei 16,1. Wenn der wichtigste globale Aktien-Leitindex schon so überteuert ist, dann ist das ein Warnsignal. Eine Korrektur an den Aktien- und Bondmärkten kann ausgelöst werden durch Hinweise auf eine baldige Drosselung der Anleihenkäufe der EZB und/oder Bank of Japan, stärkere und schnellere Leitzinserhöhungen durch die Fed oder auch durch politische Vorfälle. Kritisch wird am 23. April die Präsidentschaftswahl in Frankreich.

Einzelne Aktien, Forex- und Rohstoffpositionen können einfach durch Trailing-Stops, die bei positiver Kursentwicklung nachgezogen werden, abgesichert werden. Damit lässt man Gewinne laufen und begrenzt Verluste. Die Nachteile: Sollte man im Zuge von Overnight-Gaps ausgestoppt werden, drohen enorme Verluste. Ein weiterer Nachteil sind hohe Transaktionskosten. Eine Position zu verkaufen, um sie später wieder günstiger zurückzukaufen, kann bei Aktien inklusive Bid/Ask-Spreads durchaus mehr als 1 % der Investitionssumme ausmachen.

Kostengünstiger kann mit einem Hebel per Futures, CFDs oder Hebelzertifikaten abgesichert werden. Bei CFDs und Futures fällt nur eine minimale Margin als Sicherheitsleistung an und die Spesen sind überschaubar. Dafür unterliegen die Trading-Gewinne bei CFDs und Futures (nicht verbriefte Derivate) dem progressiven Einkommensteuertarif. Ausnahme wäre, wenn eine auszahlende Stelle (inländische Bank) freiwillig eine der Kapitalertragssteuer entsprechende Steuer einbehält. Nur 27,5 % KESt fallen bei realisierten Kursgewinnen aus Hebelzertifikaten an. Deren Nachteil ist das Emittentenrisiko und in vielen Ausgestaltungen verfallen sie wertlos, sobald die Knock-Out-Schwelle erreicht ist. Deshalb sollten jene Hebelzertifikate favorisiert werden, die bei Erreichen der Schwelle noch einen Restwert auszahlen.

Proxy-Hedge gegen Marktstress
Der optimale Einsatz für ein Hebelzertifikat ergibt sich aus der Division zwischen abzusicherndem Volumen und dem Hebel. So können beispielsweise Aktien-Index-ETFs perfekt gehedged werden. Bei internationalen Aktienfonds, Mischfonds und Rentenfonds, die keiner konkreten Benchmark vollständig entsprechen, muss ein Proxy-Hedge erfolgen. Die Überlegung: Im Marktstress steigen nicht nur die Korrelationen zwischen einzelnen Aktien-Indizes, sondern zwischen allen riskanteren Asset-Klassen. Die Risikofreude bricht ein und damit kommt es zur Flucht in sichere Anlagen. Bankenkrisen oder politische Turbulenzen führen zu massiven Käufen deutscher Bundesanleihen und von US-Treasuries. Ein Zinsschock-Szenario (Staatsanleihen-Crash) der entwickelten Länder kann sogar größere Kapitalmarktturbulenzen in Schwellenländern auslösen. In beiden Fällen ist aber eines ziemlich sicher: Die Aktienkurse fallen.

Angesichts dieser Erkenntnisse kann man ein internationales Aktienfonds-Portfolio gut mit einem Short-Hebel-Zertifikat auf den DAX oder S&P 500 absichern. Weitere „riskantere“ Anlagekategorien, wie Corporate Bonds und Emerging Market Bonds, können gegen Marktstress ebenfalls damit abgesichert werden, wobei z. B. im Falle eines DAX-Hebelzertifikats die Volatilität der abzusichernden Portfolioteile in Relation zu jener des DAX gesetzt werden sollte, um so den theoretischen Einsatz (abzusicherndes Volumen durch Hebel) mit dieser Verhältniszahl zu multiplizieren und dadurch den Einsatz für das Zertifikat an die Volatilitätsunterschiede anzupassen.

Autor: Michael Kordovsky (redaktion@boersen-kurier.at)

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