Nur Mut!

Von einer Jahresendrallye kann man heuer wohl nicht sprechen - es sei denn, es würde noch ein Wunder geschehen. Wofür es allerdings keinerlei Anzeichen gibt. Ganz im Gegenteil. Wohin man blickt gibt es Signale für einen Abwärtstrend. Seien es Verbraucher- oder Einkaufsmanagerstimmung, Zinsentwicklung (in den USA gibt es nach längerer Zeit wieder eine inverse Zinskurve, was auf eine bevorstehende Rezession deuten könnte) oder die geopolitische Entwicklung. Natürlich: Zu lange herrschte Hochkonjunktur, zu lange hatten wir uns an ständig steigende Kurse gewöhnt. Was dazu kommt, ist die Verunsicherung durch Politiker - und wenn Märkte etwas hassen, dann ist es Unsicherheit. Tatsächlich geht aber jede Phase der Hochkonjunktur irgendwann zuende. Konjunkturzyklen sind nun einmal Teil unseres Wirtschaftssystems. Das ist aber zugleich das Tröstliche. Denn nach jedem Abschwung kommt wieder ein Aufschwung. Wenn manche jetzt Parallelen zu 2007 ziehen, dann sollte man nicht vergessen, dass Wirtschaft und Börsen - zumindest in den USA - schon ab 2009 in einen Aufwärtstrend schwenkten, der fast zehn Jahre intakt war. Und wer - sicher nicht zu Unrecht - die politischen Spannungen für die aktuellen Turbulenzen zumindest mitverantwortlich macht, sollte bedenken, dass auch diese früher oder später wieder beendet sein werden. Schlecht wäre es, jetzt in Panik zu geraten. Anleger dürften gut beraten sein, die aktuelle Phase durchzutauchen. Langfristig sind Aktien immer noch die beste Wahl - trotz aller Krisen. (14.12.)

Marius PERGER, HERAUSGEBER