Schwächezeichen

Das heurige Jahr wird wohl nicht als ein für Aktionäre besonders erfreuliches in die Geschichte eingehen - das kann man jetzt schon guten Gewissens behaupten. Hatte der ATX 2017 doch deutlich über der 3.400er-Marke beendet, während er heute bemüht scheint, die 3.200 doch noch zu halten. Dass es so schnell nicht besser wird, dafür sprechen einige Anzeichen. Betrachtet man die Berichtssaison zum dritten Quartal, so zeigen sich - neben einigen durchaus erfreulichen Zahlen - auch eine ganz Menge an Ergebnisrückgängen und auch reduzierte Erwartungen. So haben von den sechs ATX-Unternehmen, die in der Vorwoche Quartalszahlen bekannt gaben ( Kurzmeldungen ab S.8), je drei Gewinnrückgänge (Andritz, Lenzing, voestalpine) und Ergebnissteigerungen (BAWAG, Verbund, Wienerberger) berichtet. Und auch bei den Prognosen zeigen sich einige Unternehmen vorsichtig. Entsprechend haben Analysten zuletzt reagiert. In der Vorwoche wurden beispielsweise acht Kursziele zurückgenommen und nur fünf angehoben. Auch wenn das alles nur eine Momentaufnahme und eine mehr oder weniger zufällige Auswahl ist: Der Optimismus hat deutlich abgenommen. Was heißt das jetzt für Anleger? Zuerst: Für Panik gibt es keinen Grund. Die Unternehmen schreiben nach wie vor schöne Gewinne, manche von ihnen halt niedrigere als im Vorjahr. Zweitens: Mehr denn je ist es sinnvoll, seine Investments im Auge zu behalten. Es kann sich auszahlen, informiert zu bleiben und daraus die richtigen Anlageentscheidungen abzuleiten. (15.11.)

Marius PERGER, HERAUSGEBER