Unverzichtbar

Beratung ist und bleibt in Geldangelegenheiten unverzichtbar. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass Finanzbildung für viele Österreicher immer noch ein Fremdwort ist. Wer sich schon mit der Prozentrechnung schwer tut, der ist anfälliger für Renditeversprechen jenseits aller Realität - Betrüger haben hier leichtes Spiel. So weit muss man aber gar nicht gehen. Wer sich nicht tagtäglich und fast schon hauptberuflich mit seinen Finanzen beschäftigen kann oder will, braucht Unterstützung. Das beginnt mit der richtigen Information, wie sie der Börsen-Kurier jede Woche ins Haus liefert, sollte aber spätestens dann weiter gehen, wenn wichtige Entscheidungen anstehen. Veranlagen einer Erbschaft, Absicherung fürs Alter oder Finanzierung eines Hauses - fast jeder ist da überfordert, wenn er keine Unterstützung hat. Die Rede ist natürlich von guter, seriöser Beratung. Schlechte Beratung war ja schuld an den Millionengräbern von AvW Invest bis Meinl European Land; sie war auch ein Grund für immer neue Vorschriften und Regeln in den letzten Jahren. Bis zu einem gewissen Punkt war das durchaus positiv und hat dazu geführt, dass sich die Qualität der Berater deutlich verbessert hat. Die überbordende Regulierung, wie wir sie derzeit erleben, verdreht aber alles ins Gegenteil. Wenn - wie es unser Beitrag auf Seite 3 zeigt - Beratung praktisch unmöglich wird, weil sich der Zeitaufwand für die Berater finanziell nicht mehr auszahlt, bleibt der Kunde auf der Strecke. Gut gemeint ist eben oft das Gegenteil von gut. (14.12.17)

Marius PERGER , HERAUSGEBER