Der Top-Performer heißt Lenzing


Auch wenn der heimische Leitindex ATX seit Jahresbeginn nicht die beste Performance aufweist, gibt es doch etliche Papiere, die Aktionären einiges an Freude bereitet haben.

Mit einem Minus von fast 7 % seit Jahresbeginn hinkt der ATX derzeit recht deutlich seiner Vorjahresperformance von knapp 11 % hinterher. Im Vorjahr profitierte der heimische Leitindex unter anderem von der Entspannung im Russland/Ukraine-Konflikt, dem niedrigen Ölpreis sowie der Euro-Abwertung. Dass die Performance heuer bislang zu wünschen übrig lässt, ist unter anderem auf die Themen China und Ungarn, ebenso wie auf das hohe CEE-Exposure zurückzuführen, meinen Experten. Der Top-Performer im ATX seit Jahresbeginn war in diesem Umfeld mit einem Plus von 41 % Lenzing. Der Faserhersteller hat starke Zahlen für das erste Quartal präsentiert, was nach Einschätzung von Experten auch auf die im Vorjahr präsentierte neue Strategie („sCore TEN“) zurückzuführen ist.

Letztere sieht unter anderem eine Stärkung des Kerngeschäfts, die Anhebung des Faser-Spezialitätenanteils auf 50 % des Umsatzes bis 2020 sowie die Erschließung neuer attraktiver Geschäftsfelder vor.

Lenzing: neue Strategie
Wie Günther Schmitt, Manager des Raiffeisen Österreich Aktienfonds, erklärt, sei Lenzing früher in erster Linie ein Faserhersteller gewesen und wies daher auch ein starkes Exposure gegenüber der Entwicklung des weltweiten Viskosepreises auf. Jetzt konzentriere man sich auf die Produktion von Spezialprodukten wie Modal oder Tencel, was höhere Margen verspreche. Das Earnings-Momentum spreche klar für Lenzing, so die Analysten der Erste Group. Dennoch sprechen sie der Aktie mit einem Plus von 2 % auf Zwölfmonatssicht ein eher überschaubares Kurspotenzial zu.

Die zweitstärkste Performance seit Jahresbeginn weist mit +17,12 % die Verbund-Aktie auf. Viel mehr Aufwärts-potenzial sieht Erste Group-Analyst Christoph Schultes derzeit allerdings nicht – dazu wären die Kohlepreise zu niedrig.

Etwas besser ist die Ausgangslage bei der voestalpine, die mit einer YTD-Performance von 8 % den dritten Platz unter den ATX-Werten belegt. Ihr spricht man bei der Erste Group auf Zwölfmonatssicht ein Kurspotenzial von rund 8 % zu. Nichtsdestoweniger lautet die aktuelle Empfehlung: halten.

Gut unterwegs ist im bisherigen Jahresverlauf mit einem Plus von 13,09 % – im  Übrigen die bislang viertbeste Performance im ATX – auch die SBO-Aktie. Mit etwas Abstand folgen dahinter die Effekten des Wohnimmobilienspezialisten Buwog, die auf +6,82 % kommen. Gemeinsam haben beide Werte das eher bescheidene Kurspotenzial, das ihnen Experten zusprechen. Anders die Ausgangslage bei der RHI-Aktie (YTD: +4,61 %), die auf Zwölfmonatssicht um rund 11 % zulegen könnte. Die Empfehlung der Erste Group: kaufen.

Die rote Laterne seit Jahresbeginn hält mit einem Minus von fast 40 % wiederum Zumtobel. Der Aktie macht vor allem das Brexit-Votum zu schaffen. Der Hintergrund: Großbritannien ist für den Leuchtenhersteller der wichtigste Absatzmarkt. Die zweitschlechteste Performance (-31,91 %) weist die Vienna Insurance Group auf. Dass die Zinsen unter Druck wären, mache es für Versicherungen schwieriger zu attraktiven Konditionen neu zu veranlagen, meint Thomas Neuhold, Head of Austrian Equity Research bei Kepler Cheuvreux. Die Folge: Das Finanzergebnis der Versicherung werde belastet bleiben. Auf der anderen Seite glaubt der Experte, dass die Aktie ihren Boden gefunden hat.

UNIQA: Hohe Divendenrendite
Ebenfalls einen schwierigen Stand hat derzeit – aufgrund des herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds – die UNIQA-Aktie: Seit Jahresbeginn hat der Kurs um rund
28 % nachgelassen, was die drittschlechteste Performance im ATX bedeutet.

Ein Trostpflaster für Aktionäre bleibt die für 2016 erwartete Dividendenrendite von 9,2 %.  Positiv: In den kommenden Jahren soll die Dividende – für 2015 wurden pro Aktie
0,45 Euro ausgeschüttet – sukzessive angehoben werden.

Autor: Mag. Patrick Baldia (Redaktion@boersen-kurier.at)

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen