Stabile Wachstumsraten, smarte Technologien

Wie Anleger mit der Ressource Wasser eine nachhaltige Rendite erzielen.

Stefan Riedel, München. Der wichtigste Rohstoff für den Fortbestand der Menschheit wird immer knapper. Für den globalen Wassermangel gibt es vielerlei Gründe. Als treibende Kräfte gelten das Bevölkerungswachstum sowie die fortschreitende Industrialisierung und Urbanisierung. Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass der globale Wasserverbrauch allein zwischen 2015 und 2025 um 40 % steigen wird. Rund 37 % der Erdbevölkerung werden 2025 an Wassermangel oder Wasserknappheit leiden. werden.

Spannende Renditechancen
Der umweltschonende Umgang mit Wasser ist daher eine Top-Priorität für nachhaltiges Wirtschaften. Technologischen Verfahren, welche die Effizienz beim Wasserverbrauch verbessern und Abwässer über Reinigungsverfahren wieder in den Wasserkreislauf zurückführen, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Einzelne Segmente der Wasserversorgung bieten auch den Anlegern spannende Renditechancen. Im Einzelnen zählen dazu Pumpsysteme, Wasseraufbereitungsanlagen, Entsalzungsanlagen, Kläranlagen und Kanalsysteme.

Hightech und Versorger
Marc-Olivier Buffle
, der Senior Product Specialist bei Pictet, setzt hier verstärkt auf neue Verfahren für die Reinigung von Abwässern und digitale „smarte“ Technologien, mit denen sich die Wasserversorgung effizienter kontrollieren und steuern lässt. Ein Schlüsselmarkt mit hohem Wasserverbrauch ist die Landwirtschaft. In den Schwellen- und Entwicklungsländern geht es darum, erst einmal eine Infrastruktur für die Bewässerung aufzubauen. Im Gegensatz dazu hat in den USA und anderen Industriestaaten Priorität, neue ressourcensparende Verfahren für landwirtschaftliche Nutzflächen zu etablieren, beispielsweise über digital gesteuerte Tröpfchenbewässerung.

Wasserversorger wiederum zeichnen sich durch stabile und langfristig planbare Einnahmen aus. „Dieses Geschäftsfeld ist kaum durch disruptive Veränderungen gefährdet, wie sie vielen anderen Sektoren drohen. Zusätzlich sorgt die stattliche Dividende in vielen Fällen für eine attraktive Rendite“, skizziert Gerhard Wagner, Fondsmanager und Leiter des Nachhaltigkeits-Research bei Swisscanto, die Vorzüge dieses vermeintlichen „Langweiler“-Segments im Wassersektor.

Auf Fonds und ETFs setzen
Eines zeichnet die Wasserversorgung als Ganzes aus: das Geschäft ist nicht konjunkturanfällig und eignet sich damit als defensiver Baustein für jedes Anlegerdepot. Um die Renditechancen breit zu streuen, empfiehlt es sich auf ausgesuchte ETFs und Branchenfonds zu setzen. Die mit dem jüngsten Kursrutsch deutlich gesunkenen Bewertungen bieten langfristig orientierten Anlegern gute Einstiegskurse.

Der „Lyxor World Water UCITS ETF“ (ISIN: FR00105227275) bildet etwa den World Water Index ab. Dieser Index umfasst die weltweit 30 größten Firmen, die mindestens 40 % ihrer Umsätze mit der Versorgung, Aufbereitung und Infrastruktur erzielen. Der in USD notierende „iShares Global Water UCITS ETF“ (IE00B1TXK627) kommt mit einem Plus von 19,3 % auf die bessere Fünfjahresperformance, ist mit seinem Fokus auf die 50 im „S&P Global Water 50“ enthaltenen Aktien aber breiter gestreut. Zu den Klassikern unter den aktiv gemanagten Fonds zählt der Pictet-Water (LU0104884860). Der Fokus auf nachhaltige Konzerne schließt etwa Unternehmen aus, die verpacktes Wasser verkaufen. Ähnlich verfährt der RobecoSAM Sustainable Water (LU13 3061175). Das Fondsportfolio umfasst die gesamte Wertschöpfungskette des Wassersektors. Stark vertreten sind Firmen, die in den Bereichen Wasserqualität, Wasseraufbereitung, Bewässerungssysteme und Abwasserbehandlung unterwegs sind. Bei der Langzeitperformance schneiden beide Produkte einen Tick besser, in der Einjahresperformance dagegen schlechter ab als die beiden ETFs. Mit einer Agio von 3 % hat der Robeco-Fonds die niedrigeren Kosten.

Foto: Pixabay / ronymichaud

 

 

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