Welche ATX‑Aktien kaufen? Die spannendsten ATX‑Nachzügler 2026

Unter den aktuellen Underperformern in ATX und ATX Prime findet sich laut Experten eine Reihe von interessanten Anlagechancen.

Die Auswahl basiert auf aktueller Performance, Sektortrends und strukturellem Potenzial.

1. Industrie & Maschinenbau: Andritz – zyklisch schwächer, strukturell stark

Andritz profitiert langfristig von Energie‑, Umwelt‑ und Metalltechnik‑Investitionen. 2026 belasten jedoch:

  • globale Industrieabkühlung
  • verzögerte Investitionsentscheidungen
  • schwächeres Hydro‑Segment

Trotzdem bleibt das Unternehmen technologisch führend und breit diversifiziert. Rücksetzer könnten sich als Einstiegsgelegenheiten erweisen – ähnlich wie in früheren Zyklen.

2. Bau & Infrastruktur: PORR – belastet durch Zinsen, aber mit Hebel auf Deutschland

Der Bausektor leidet 2026 unter:

  • hohen Finanzierungskosten
  • schwacher Baukonjunktur in Deutschland
  • Projektverzögerungen

PORR bleibt jedoch ein zentraler Player in CEE und profitiert überproportional, sobald die Zinswende greift. PORR ist damit ein klassischer Rebound‑Titel. Für Anleger, die antizyklisch denken, bleibt der Wert relevant.

3. Energie & Ölservice: SBO – volatil, aber mit strukturellem Rückenwind

Der Ölservice‑Spezialist SBO ist traditionell stark abhängig vom Ölpreis. Dieser schwankte seit Jahresbeginn zwischen 72 und 89 Dollar. Die geopolitische Lage im Nahen Osten sorgt weiterhin für Unsicherheit. SBO meldete ein solides Q1, allerdings mit leicht rückläufigem Auftragseingang.

  • hoher Volatilität am Energiemarkt
  • Investitionszurückhaltung großer Ölkonzern

Positiv:

  • starke Margen
  • technologischer Vorsprung
  • robuste Bilanz

Und SBO ist technologisch führend. Sobald sich die Energiepreise stabilisieren, kann der Titel überproportional profitieren – ein Muster, das sich in früheren Zyklen wiederholt hat.

4. Konsum & Mode: Wolford – Turnaround‑Story mit Hebel auf Luxus

Wolford bleibt ein Spezialfall:

  • Restrukturierung läuft, wenn auch schleppend.
  • Internationalisierung schreitet voran, wenn die Nachfrage in Europa auch schleppend verläuft
  • Luxusgütermarkt bleibt insgesamt robust

Die Aktie ist 2026 weiterhin ein Underperformer, aber mit deutlichem Hebel, falls ein strategischer Investor oder ein klarer Wachstumspfad sichtbar wird.

5. Agrana – Rohstoffabhängig, aber mit strukturellem Potenzial

Agrana  profitierte im Q1 von stabileren Zuckerpreisen, während Energiepreise erneut angezogen haben. Die Stärke des Geschäftsmodells zeigt sich weiterhin in der breiten Diversifikation.

Agrana bleibt 2026 stark abhängig von:

  • Zuckerpreisen
  • Energiepreisen
  • globalen Agrarrohstofftrends

Positiv:

  • stabile Dividendenpolitik
  • defensive Positionierung
  • starke Marktstellung in CEE

Agrana bleibt ein defensiver Nachzügler mit Dividendencharme, relevant für Anleger, die stabile ATX‑Aktien kaufen möchten.

Makrotrends, die 2026 für ATX-Anleger entscheidend sind

Zinsen

Die EZB‑Politik bleibt der wichtigste Treiber für Bau, Immobilien, Banken und Industrie.

Energiepreise

Volatilität wirkt sich direkt auf SBO, OMV und Agrana aus.

CEE‑Konjunktur

Der ATX profitiert traditionell stark von Osteuropa – ein Vorteil gegenüber vielen westeuropäischen Indizes.

Geopolitik

Lieferketten, Energieabhängigkeiten und regionale Konflikte bleiben Risikofaktoren.

Fazit: Wo Anleger 2026 Chancen finden

Der ATX bleibt ein Markt für Value‑Investoren, Dividendenjäger und langfristig orientierte Anleger. Underperformer bieten 2026 besonders attraktive Chancen, weil:

  • der Gesamtmarkt stark gelaufen ist
  • viele Titel Bewertungsabschläge aufweisen
  • strukturelle Trends (CEE, Energie, Industrie) intakt bleiben

Wer selektiv vorgeht, findet im ATX 2026 mehrere Nachzügler, die bei einer Normalisierung der Rahmenbedingungen erhebliches Aufholpotenzial haben.

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