Investieren wie die Superreichen

Die Reichen werden immer reicher, und die gute Nachricht ist: Oft besteht auch für Kleinanleger die Möglichkeit mit ihnen reicher zu werden. Der Börsen-Kurier zeigt die richtigen Aktieninvestments mit denen das funktioniert.

Laut Forbes gibt es mittlerweile weltweit 2.208 Milliardäre. Deren Vermögen beträgt per 9. Feber 2018 insgesamt 9,1 Bio USD - im Jahresvergleich ein Plus von 18 %. Viele dieser Milliardäre sind entweder Erben von Anteilen an Familienunternehmen oder Gründer ihrer  eigenen Firmen. Sofern die betreffenden Unternehmen börsennotiert sind, können auch Kleinanleger mit diesen Milliardären gemeinsam reicher werden. Ein Investment in die betreffenden Aktien hat dabei häufig Trendfolge-Charakter, denn oft befinden sich diese in einem starken langjährigen Aufwärtstrend. Das trifft vor allem auf jene Firmen zu, die ihre Gründer superreich machten.

Wer steht wofür?
So ist beispielsweise laut Forbes-Liste 2018 Amazon-Gründer Jeff Bezos mit einem Vermögen von 112 Mrd. USD der reichste Milliardär der Welt, gefolgt von Microsoft-Gründer Bill Gates mit 90 Mrd. USD und dem Value-Investor Warren Buffett (84 Mrd. USD), dessen Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway über die B-Aktien auch Kleinanlegern zugänglich ist. Diese drei Milliardäre haben, genauso wie Nummer 4 und Nummer 6 der Forbes-Liste, LVMH-Großaktionär Bernard Arnault und Inditex-Gründer Amancio Ortega, eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle über 50 Jahre alt und somit entsprechend erfahren. Vorsicht ist hingegen bei Firmen von „neureichen“ Youngsters, wie z.B. Mark Zuckerbergs Facebook (ISIN: US30 303M1027, Stichwort: Datenskandal) angebracht, denn in dieser Milliardärsgruppe läuft es nicht selten nach dem Motto: „Wie gewonnen, so zerronnen!“ Aufgrund politischer Risiken Vorsicht angebracht ist auch in Schwellenländern.

Investments in Amazon (US 0231351067), Microsoft (US59 49181045) und Berkshire Hathaway (US0846707026) brachten in den vergangenen fünf Jahren ein Plus von je 434, 224 bzw. 88 % verglichen mit 71 % im S&P 500 Index. Die Aktien der Textilhandelskette Inditex (ES0148396007; Marken wie ZARA, OYSHO und Bershka) haben zwar 2017 mit -28,5 % ein schlechtes Jahr hinter sich, liegen jedoch auf zehn Jahre gesehen noch 249 % im Plus (per 9.4.2018). Von 2009 bis 2017 stieg der Cash Flow von 2 auf 4,4 Mrd. Euro und die Rentabilität des eingesetzten Kapitals beträgt rund 33 %. In den vergangenen fünf Jahren ein Plus von 115 % brachte der Luxusartikel-Konzern LVMH (FR00001210 14; Marken wie Louis Vuitton, Moet & Chandon, Hennessy).

Heute im Alltag nicht mehr wegzudenken, machte auch Google ihre Gründer Larry Page und Sergey Brin zu Milliardären (je 48 bzw. 47 Mrd. USD). Die Fünf-Jahres-Performance der übergeordneten Holding Alphabet (US02079 K3059) kann sich ebenfalls sehen lassen: 165 % (A-Aktien per 13.4.2018).

Von den alteingesessenen Firmen im Familieneinfluss interessant erscheint der Kosmetik-Gigant L Óreal (FR0000 120321), dessen Großaktionärin Francoise Bettencourt Meyers 42 Mrd. USD „schwer“ ist. Das Unternehmen konnte von 2008 bis 2017 den Gewinn/Aktie um 7,4 % p.a. steigern. In Deutschland je 22 bzw. 25 Mrd. USD besitzen die BMW-Erben Stefan Quandt und Susanne Klatten.

Transaktionen der Magnaten
In den USA verlangt der Gesetzgeber Transparenz von den institutionellen Investoren. Die im Jahr 1975 gemäß dem Securities Exchange Act von 1934 vom US-Kongress verabschiedete „Section 13 (f)“ sieht nämlich vor, dass jeder institutionelle Fondsmanager mit mehr als 100 MioUSD an verwaltetem Vermögen einmal pro Quartal seine Positionen an die US-Börsenaufsicht meldet. Innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende müssen diese Daten unter den „13F-filings“ an die Börsenaufsicht (SEC) übermittelt werden. Anbieter wie gurufocus.com verwerten diese Infos und zeigen, was die Wall-Street-Größen gerade gekauft und verkauft haben.

Nützlich sind diese Infos vor allem bei mittel- bis langfristig orientierten Value-Investoren, wie zum Beispiel Bill Nygren, dessen „Oakmark Fund“ (bei uns nicht erhältlich, Anm.) es in den vergangenen zehn Jahren (per 31.3.2018) auf ein Plus von 11,76 % p.a. brachte, vgl. mit 9,49 % p.a. im S&P 500 Total Return Index. Im 4. Quartal 2017 neu investierte Nygren in die Apothekenkette CVS Health (US1266501006), die mit der geplanten Übernahme des Krankenversicherer Aetna für Aufsehen sorgte. Weitere Investments sind der Reiseportal-Betreiber Booking Holdings (US7415034039), die Fluglinie American Airlines (US02376R1023) und Aptiv PLC (JE00B783TY65), ein Anbieter von High Tech-Lösungen für umweltfreundliche und selbstfahrende Autos. Warren Buffett hingegen investierte  in den niedergeprügelten israelischen Generika-Hersteller Teva Pharmaceutical Industries (US8816242098) und stockte seine Aktienposition bei Apple (US0378331005) nochmals kräftig auf.

Autor: Michael Kordovsky (redaktion@boersen-kurier.at)

 

 

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