Bitcoin: Kein Brechen des „Trump-Trades“

Seit November 2024 ist der Kurs der größten Cyberwährung um mehr als 60 % gestiegen.

Patrick Baldia. Nachdem der Bitcoin-Kurs zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen hat und sich dem Allzeithoch vom Mai bei rund 112.000 USD genähert hat, schaut es für viele Experten danach aus, dass das Erreichen eines neuen

Rekordstands bevorsteht. Bis zum Jahresende könne die größte und bekannteste Kryptowährung bei rund 140.000 USD notieren, meint Bernhard Wenger im Gespräch mit dem Börsen-Kurier. Damit stapelt der Head of Northern Europe bei 21Shares vergleichs-weise tief. Denn BlackRock-Chef Larry Fink hält sogar einen Kurs von 700.000 USD für möglich.

Für viele Beobachter kam das Comeback der vergangenen Wochen etwas überraschend. Vor allem, nachdem der Bitcoin Anfang April im Zuge der Ankündigung neuer US-Zölle vorübergehend auf rund 76.000 USD absackte. Nicht wenige sprachen sogar vom vorzeitigen Brechen des sogenannten „Trump-Trades“, der im November auf den Wahlsieg des Republikaners folgte. Wenger widerspricht: Der „Trump-Trade“ bzw. die erhoffte neue goldene Ära für Krypto-Assets sei eher ein langfristiges Phänomen. „Vieles was Trump angekündigt hat, kann man nicht von heute auf morgen umsetzen, wie etwa die Einrichtung einer strategischen BTC-Reserve“, sagt Wenger.

Sichere Geldflüsse
„Die institutionelle Adaption nimmt weiter zu, was für sichere Geldflüsse sorgt. Gleichzeitig nehmen Bitcoin-ETFs viel vom Markt, das führt zu weiterem Preisdruck nach oben“, umschreibt der 21Shares-Experte die aktuelle fundamentale Auslage. Auch habe der Risikoappetit der Anleger wieder zugenommen. Man dürfe nicht vergessen, dass der Bitcoin ein Risky Asset sei und wenn am Markt Verunsicherung herrsche, würden diese verkauft. „Davon hat sich die Kryptowährung bislang nicht lösen können“, so Wenger. Daher habe der Bitcoin-Kurs Anfang April auch so negativ auf die Ankündigung neuer US-Zölle reagiert.

Seit dem neuerlichen Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl Anfang November 2024 hat der Bitcoin um mehr als 60 % zugelegt. Befeuert wurde das sicherlich auch von der sehr bullischen Krypto-Agenda der Trump-Regierung. Stichwort: strategische Bitcoin-Reserve. Die Idee dahinter: Ein unabhängiger Bestand von Bitcoin, der von niemand kontrolliert werden kann, soll die Wirtschaft in Krisenzeiten stabilisieren und den Wert der beschlagnahmten Vermögenswerte, mit der er aufgebaut werden soll, maximieren.

Stablecoins: Weiteres Wachstum
Stark gestiegen ist in den letzten Monaten die Marktkapitalisierung von sogenannten „Stablecoins“. Dabei handelt es sich um digitale Tokens, die eins zu eins an eine Fiat-Währung wie etwa den USD oder Euro angebunden sind und Transaktionen in Echtzeit ermöglichen. „Stablecoins sind nicht digitales Zentralbankgeld“, stellt Wenger klar. Die Anbindung an eine Fiat-Währung macht sie allerdings weniger anfällig für Preisschwankungen. Dazu kommt, dass man mit Stablecoins Kryptowährungen schneller in traditionelle Währungen wie etwa Euro oder USD umtauschen kann. „Stablecoins werden weiter wachsen“, so Wenger abschließend.

Foto: 21Shares