Wie sich Investmentstrategien gezielt nutzen lassen

Derzeit prägt eine Vielzahl an Trends die Märkte. Heiko Geiger von Vontobel liefert Einblicke.

Raja Korinek. Die Unsicherheiten an den globalen Finanzmärkten dürften anhalten, wenngleich eine größere Korrektur bislang ausbleibt. Doch selbst solch ein Umfeld bietet Chancen etwa mit Zertifikaten, bei denen Anleger auf verschiedene Szenarien setzen können. Die Nachfrage nach solchen Wertpapieren sei jedenfalls anhaltend sehr groß, verweist Zertifikate-Experte Heiko Geiger (Foto) von der Bank Vontobel im Gespräch mit dem Börsen-Kurier auf aktuelle Entwicklungen in seinem Haus. Er hebt dabei einen Aspekt hervor und meint, dass seit April das Interesse an Anlageprodukten (Index-, Garantie- und Teilschutzprodukte) zwar leicht zurückgegangen sei. „Demgegenüber bleibt aber das Interesse an Hebelprodukten sehr hoch.“

Schwankungen bieten auch Chancen
Doch was steckt hinter dem aktuellen Trend? Auch hier liefert Geiger eine Antwort. „Anleger in Hebelprodukten mögen schwankungsintensive Märkte. Sie handeln die ganze Bandbreite an Anlageklassen von Aktien, über Indizes bis hin zu Währungen, Rohstoffen und Kryptowährungen.“ Neben der unsicheren Geopolitik habe dem Vontobel-Experten zufolge auch der erratische Regierungsstil des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump dazu geführt, dass solche Anleger sehr aktiv am Markt waren. Für das zweite Halbjahr werde es nunmehr entscheidend sein, ob die vielschichtige Unsicherheit bestehen bleibe.

„Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass viele Märkte auf Allzeithochs notieren. Das könnte auf der einen Seite ein gewisses Korrekturpotenzial implizieren, auf der anderen Seite die Chance auf seitwärtstendierende Kurse eröffnen.“ In einer solchen Marktkonstellation könnten Anlageprodukte für seitwärtstendierende Märkte mit Barriere und begrenzter Partizipation als Aktienersatz sinnvoll erscheinen. Dazu zählen etwa Bonus- sowie Discount-Zertifikate. Bei beiden Produkten sind die Chancen nach oben begrenzt. Dafür winken bei einem Seitwärtstrend oder leicht sinkenden Kursen Renditechancen. Allzu stark dürfen die Basiswerte, auf die hierbei gesetzt wird, aber nicht sinken, da ansonsten auch die Produkte in die Verlustzone rutschen können – je nachdem, ob sich der Basiswert zum Laufzeitende der Zertifikate dann wieder erholt hat, oder nicht.

Welche Trends stehen im Fokus?
Darüber hinaus wird das aktuelle Umfeld von einigen Trends stark geprägt. „Einen direkten Zusammenhang von geopolitischen Konflikten und Anlegerverhalten sehen wir vor allem bei Edelmetallen und Rüstungsaktien“, präzisiert Geiger. Auf letzteren Sektor können Anleger zum Beispiel mit dem Solactive Europe Aerospace and Defense Indexzertifikat setzen. Darin sind zehn europäische Titel enthalten, die in der Verteidigungsbranche kräftig mitmischen. Zu den größten Positionen zählen Rolls Royce Holdings, Safran und MTU Aero Engines Holdings.

Auch das Thema Cyber Security wird immer wichtiger, mit dem auch zahlreiche Unternehmen zunehmend Geld verdienen. „Cyberangriffe sind heute keine Ausnahme mehr, sondern die Regel. In dem Zusammenhang wird der Handlungsbedarf immer größer, da sich die Bedrohungslage stetig wandelt.“ Das Cyber-Security-Performance-Indexzertifikat setzt dabei auf 15 Branchenunternehmen fast ausschließlich aus den USA, mit kleinen Ausnahmen (Israel und Japan). Zu den größten Positionen im Index zählen Cloudflare, Cyberark Software und Zscaler. Verluste sind bei beiden Produkten möglich.

Foto: Vontobel