AT&S Aktie 2025: Rückblick auf ein turbulentes Jahr und die überraschende Wende
Noch dämpfen die Kosten für das Hochfahren von Kapazitäten die Margen.
Ein schwieriger Ausgangspunkt
Das Börsenjahr 2024 war für AT&S schwierig. Das Jahr endete mit einem Kursverlust von fast 50 %. Ganz anders die Lage 2025. Alleine von Anfang Jänner bis Ende September lag die AT&S‑Aktie rund 85 % im Plus.
Der Juli‑Einbruch – und warum er die Rally nicht stoppte
Ende Juli sah es kurz so aus, als wäre die Party vorbei: Nach der Vorlage der Ergebnisse für das 1. Quartal 2025/26 brach der Kurs an nur einem Tag um 20 % ein. Dabei lagen die Margen über der Guidance, und auch das Umsatzplus von 14 % gegenüber dem Vorjahresquartal – trotz Preisdruck und negativen Wechselkurseffekten – hätte als positives Zeichen gewertet werden können.
Belastungsfaktoren: Verluste, Erwartungen und Investitionen
H3: Höherer Verlust als erwartet
Dass erneut ein Verlust berichtet wurde, überraschte nicht. Die Ausweitung auf 55,9 Millionen Euro (1. Quartal 2024/25: 34 Millionen Euro) dürfte dennoch einige Anleger kalt erwischt haben.
Strategische Weichenstellungen: IC‑Substrate, Werke und Kostensenkungen
Fokus auf hochwertige IC‑Substrate
CEO Michael Mertin sieht den Fokus auf hochwertige IC‑Substrate sowie die neuen Werke in Kulim (Malaysia) und Leoben als entscheidenden Schritt zu profitablem Wachstum – auch wenn hohe Anlaufkosten die Zahlen belasten.
Effizienzprogramme greifen
Positiv zu sehen sind die Effizienzprogramme und Kostensenkungsmaßnahmen. Im laufenden Geschäftsjahr soll die Kostenbasis um weitere 130 Millionen Euro gesenkt werden (2024/25: 120 Millionen Euro).
Schwieriges Marktumfeld bleibt Herausforderung
Geopolitik, Preisdruck und Inflation
Geopolitische Spannungen, Preisdruck und Inflation erschweren die Erholung. Unklar bleibt, wie sich die Zoll‑Debatte weiterentwickelt. Zwar erwartet das Management keinen unmittelbaren Einfluss auf die eigenen Produkte, doch könnten die Endprodukte der Kunden betroffen sein – und damit indirekt auch AT&S.
Wechselkurse als Risikofaktor
Auch die Wechselkurse gilt es im Auge zu behalten. Das Management bleibt daher beim Ausblick für das Gesamtjahr zurückhaltend.
Halbjahresausblick 2025/26 und mittelfristige Ziele
Prognose für das 1. Halbjahr
Für das 1. Halbjahr 2025/26 erwartet AT&S:
- Umsatzanstieg auf 820 Mio. Euro (Vorjahr: 800 Mio. Euro)
- EBITDA‑Marge rund 20 %
- Investitionen von 110 Mio. Euro (Vorjahr: 254 Mio. Euro)
Mittelfristige Planung
Für 2026/27 plant das Unternehmen:
- Umsatz: 2,1 bis 2,4 Mrd. Euro
- EBITDA‑Marge: 24 bis 28 %
Externe Impulse: Nvidia, Intel und der Einstieg in den Rüstungsbereich
Nvidia‑Einstieg bei Intel als Kurstreiber
Mitte September 2025 sorgte die Nachricht für einen Kurssprung, dass Nvidia mit einem Aktienpaket im Wert von 4,2 Mrd. Euro bei Intel einsteigt. Intel zählt zu den wichtigsten Kunden von AT&S. Laut Erste Group könnte dies die Nachfrage nach IC‑Substraten erhöhen und die Auslastung in Chongqing verbessern.
Neue Chancen im Rüstungsbereich
Positiv bewerten Experten auch die Ankündigung, dass AT&S künftig Leiterplatten und Substrate für den Rüstungsbereich produzieren will.
Autor: Patrick Baldia
Foto: AT&S
