Auf Dividendenjagd in Wien
Fünf heimische Konzerne mit Renditen von mehr als 4,5 %.
Michael Kordovsky. Österreich ist in der Tat ein Land der Dividenden. Doch sollte man nicht nur nach der reinen Höhe der Dividendenrendite vorgehen, sondern zwei Dinge beachten: Einerseits eine positive Wertentwicklung in den vergangenen fünf Jahren von mindestens 10 % und andererseits ein Maß an Ertragskontinuität, damit eine Dividendenrendite von 4,5 % problemlos aus Gewinn und Cashflow finanziert werden kann. Mit dieser einfachen Selektion können Anleger mit einer hohen Wahrscheinlichkeit größere Enttäuschungen vermeiden. Wichtig ist noch, dass man innerhalb seines Portfolios zumindest auf vier bis fünf Dividendentitel setzt, um eine gewisse Streuung zu erreichen. In diesem abgesteckten Rahmen kommen nachstehende Werte in Frage.
Hochprozentige OMV-Aktie
Die OMV ist von der Höhe her der Dividendenkaiser: Für die Jahre 2022 und 2023 lag die Dividende bei 5,05 Euro/Aktie, und trotz rückläufiger Öl- und Gaspreise wurden für 2024 noch immer 4,75 Euro /Aktie ausgeschüttet, woraus bei einem Kurs von 46,98 Euro eine Dividendenrendite von 10,1 % resultiert.
In den Jahren 2020 bis 2024 betrug der Cashflow pro Aktie ein Vielfaches der Dividendenausschüttungen und der Gewinn pro Aktie lag im Durchschnitt dieses Zeitraums ebenfalls darüber. Laut Finanzen.net-Konsens rechnen Analysten zwar zwischendurch mit einer leichten Dividendenkürzung auf 4,34 Euro für 2025, aber mit graduellen Anhebungen auf 5,05 Euro bis 2028. Doch selbst bei nur 4 Euro läge eine Dividendenrendite bei 8,5 %.
Post und Bawag mit Potenzial
Ein regelrechter Dividendenklassiker ist die heimische Post, die mit Bank99 ein weiteres Standbein hat. Seit 2006 schüttet das Unternehmen jedes Jahr eine Dividende aus, die 2018 und 2019 mit 2,08 Euro ihr vorläufiges Hoch erreichte. Auf Basis der Dividendenausschüttung von 1,83 Euro im Jahr 2024 liegt bei einem Kurs von 30 Euro die Dividendenrendite bei 6,1 %. Rückblickend bis 2015 hat der operative freie Cashflow die Dividendenausschüttung jedes Jahr mehr als gedeckt. Analysten rechnen laut MarketScreener-Konsens bis 2027 mit einem schrittweisen Dividendenanstieg auf 2,01 Euro pro Aktie.
Ein Gipfelstürmer der Wiener Börse ist hingegen die Aktie der Bawag Group, deren Dividendenrendite auf Basis eines Kurses von 110,90 Euro und der Ausschüttung für 2024 von 5,50 E bei knapp 5 % liegt. Bis 2027 strebt das Institut einen Nettogewinn von mehr als 1 Milliarden Euro an (2024: 760 Millionen Euro), und Analysten rechnen in den kommenden Jahren mit starken Dividendenanhebungen.
Verlässliche Erträge aus Versicherung und Telekom
Ebenfalls zu den prominenten Dividendenzahlern der Wiener Börse gehört die Uniqa. Auf Basis einer Ausschüttung von 0,60 Euro und eines Aktienkurses von 12,80 Euro liegt die Dividendenrendite bei 4,7 %. Die Ertragskraft stimmt und Analysten rechnen bis 2027 mit kontinuierlichen Dividendensteigerungen.
Bei der Telekom Austria war die Dividendenausschüttung von 2018 bis 2024 jedes Jahr durch Gewinn und Cashflow gedeckt. In diesem Zeitraum hat sich das Ergebnis pro Aktie in etwa verdoppelt und die im jeweiligen Jahr bezahlte Dividende stieg von 0,20 auf 0,36 Euro und lag 2025 bei 0,40 Euro. Analysten rechnen damit, dass nach der nächsten ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2026 eine Dividende von 0,43 Euro pro Aktie ausgeschüttet wird, woraus bei einem Kurs von 9,16 Euro eine Dividendenrendite von 4,7 % resultieren würde.
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