Batteriespeicher: Das Rad des 21. Jahrhunderts

Der Schlüssel für die effizientere Nutzung von Strom in E-Autos, Haushalten und Rechenzentren.

Stefan Riedel, München (30.01.2026). Der globale Batteriespeicherboom nimmt immer mehr Fahrt auf. 315 Gigawattstunden und damit 50 % mehr als noch vor einem Jahr wurden nach Berechnungen der Marktforscher von Benchmark Mineral Intelligence 2025 installiert. Bis zu 100.000 Drei-Personen-Haushalte lassen sich damit ein Jahr lang mit Strom versorgen. Allein der globale Markt für mobile Energiespeicher, so hat eine Marktstudie des Forschungsinstituts Fortune Business Insights berechnet, soll zwischen 2024 und 2032 von 51,1 auf 156,2 illiarden USD zulegen.

Drei milliardenschwere Zielmärkte
Elektrofahrzeuge und stationäre Energiespeicher (ESS) bilden da-bei gut 90 % des globalen Marktes für Batteriespeicher. Das mit Abstand größte Wachstumspotenzial sieht Richard Buschbeck, Senior Research Manager bei der Fondsboutique TEQ Capital, in den nächsten Jahren im ESS-Bereich: „ESS werden immer wichtiger, damit der Strom genau dann zur Verfügung steht, wenn er wirklich gebraucht wird. Durch die immer weiter fallenden Kosten für Batteriesysteme wird die Kombination aus Solar, Wind und ESS zur günstigsten Stromquelle.“

Ein weiterer Zukunftsmarkt für Speichertechnologien ist der enorme Strombedarf für Rechenzentren und Daten-Infrastruktur. Vor allem die Nutzung der künstlichen Intelligenz erfordert eine stabile und planbare Stromversorgung. Daniel Zimmerer, Portfolio Manager von Swisscanto-Themenfonds, geht davon aus, dass die Datencenter für Künstliche Intelligenz zusammen mit den Erneuerbaren Energien dem gesamten Energiespeichersegment für Batterien, kurz BESS, in den nächsten Jahren voraussichtlich jährliche zweistellige Wachstumsraten bescheren werden.

Lithium-Ionen-Batterien, kurz LIBs, haben sich dabei als dominierende Speichertechnologie etabliert. Als mögliche Alternative könnten Natrium-Ionen-Batterien laut dem TEQ-Experten Buschbeck den kommerziellen Durchbruch schaffen. „Sie versprechen niedrigere Materialkosten, haben aber eine niedrigere Energiedichte, was bei kostensensitiven Endmärkten wie ESS weniger ins Gewicht fällt.“

Weites Blue-Chip-Universum
Spannend für Anleger sind zum einen Energiedienstleister wie Siemens Energy und NextEra Energy oder Versorger wie RWE, die auch an Speicherlösungen mitverdienen. Die E-Auto-Hersteller BYD und Tesla sind eine weitere Option. Deutlich spekulativer sind Zulieferer und Hersteller von Rohstoffen und Chemikalien wie Ganfeng Lithium, Albemarle und Umicore, die für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien benötigt werden.

Alexander Funk, Geschäftsführer bei RezooM Capital, favorisiert Konzerne wie Samsung SDI, Panasonic oder CATL aus China, die als weltgrößte Batteriehersteller hier auch unterwegs sind. Als Beispiel für Nischenplayer nennt der Experte Enphase Energy aus den USA: „Mit seiner IQ-Batterie für das Speichern von Solarstrom und intelligentem Energiemanagement hat Enphase einen Wachstumstreiber für die nächsten Jahre. Oder nehmen wir Sunrun, den früheren Vertriebspartner von Tesla für deren Wallboxen, die jetzt mit der eigenen Brightbox unterwegs sind.“

Eine Aktie, drei Produkte
Samsung SDI produziert Lithium-Ionen-Batterien, Batterien für Elektroautos, Energiespeichersysteme und Elektronikkomponenten. Angesichts des bis 2027 erwarteten Gewinnsprungs ist die Aktie günstig bewertet. Unter den ETFs bietet der im Jänner 2018 aufgelegte „L&G Battery Value-Chain UCITS ETF“ eine Diversifikation aus 38 Firmen aus den Bereichen Speichertechnologien und Metallproduktion. Technologiefonds wie der TEQ Clean Technologies oder rezooM World sind unter anderem in Unternehmen investiert, die eine technologische Vorreiterrolle bei Energieeffizienz und erneuerbaren Energien spielen.

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