Immobilien: Erste Anzeichen eines zarten Aufschwungs
Das Investitionsvolumen nimmt allmählich wieder zu, die Ankaufsrenditen sind aussichtsreich.
Raja Korinek (30.01.2026). Das Umfeld für Immobilien war in den vergangenen Jahren denkbar schwierig. Die Pandemie sorgte für einen Einbruch am Büromarkt, danach belasteten steigende Zinsen die Immobilienfinanzierungen. Das Schlimmste könnte nun ausgestanden sein, betont Martin Prandl (Foto), Head of Österreich-Sales der französischen Corum Asset Management, bei seiner Präsentation der Jahreszahlen 2025 in dieser Woche in Wien. Der Börsen-Kurier war dabei.
Prandl verweist auf eine leichte Erholung am europäischen Immobilienmarkt. So lag 2023 das Investitionsvolumen bei 128 Milliarden Euro, im Jahr danach bereits bei 162 Milliarden Euro. Einen leichten Rückgang gab es dabei im vergangenen Jahr auf 160 Milliarden Euro. Berücksichtigt werden bei solchen Erhebungen gewerblich genutzte Immobilien. Dabei sieht der Corum-Experte mehrere Gründe für die insgesamt leichte Erholung und nennt dazu etwa die Rückkehr zu Büros: „Die Zeit des reinen ‚Home-Office‘ ist zu Ende.“ Auch Logistik sei gefragt. Immerhin werden zahlreiche solcher Zentren für Waren des Online-Handels benötigt.
Steigendes Volumen – auch in Österreich
Bei der französischen Muttergesellschaft Corum Butler profitiert man jedenfalls vom steigenden Interesse an Immobilieninvestments. Allein 2025 erreichten die Neuzuflüsse 1,6 Milliarden Euro, während es im Vorjahr 1,2 Milliarden Euro waren. Neuzuflüsse von heimischen Anlegern lagen bei rund 32 Millionen Euro, die Gelder flossen dabei in Corum Origin und Corum XL. Bei diesen Produkten handelt es sich um zwei Immobilienfonds mit der französischen Rechtsform einer „Sociétes Civiles de Placement Immobilier“.
So sind die Fonds täglich handelbar, Mieteinnahmen und Gewinne aus Veräußerungen werden ausgeschüttet. Allein im vergangenen Jahr erreichte die Ausschüttungsquote beim Origin 6,5 % und 5,3 % beim XL. „Damit wurden die Zielrenditen bei beiden Fonds erneut übertroffen“, unterstreicht Prandl. Eine Garantie stellen diese freilich nicht dar. Obendrein fallen bei einem Investment in die Fonds Gebühren an, und zwar knapp 12 % je Anteilsschein. Sie werden beim Verkauf der Anteile verrechnet.
Prandl verweist auf weitere Details: So werde, wenn überhaupt, nur kurzfristig mit Fremdkapital in den Fonds gearbeitet. Auch gebe es kein Bauherrenrisiko. „Wir sind keine Projektentwickler.“ Oben-drein würden sich Mieter grundsätzlich auf einen Kündigungsverzicht – in der Regel zwischen vier bis sechs Jahre – einlassen.
Stabile Mieter
Doch wie gehen die Experten bei diesen zwei Portfolios vor? Der Origin investiert innerhalb der
Eurozone Millionen Euro MioE erworben. Die durchschnittliche Ankaufsrendite lag bei 8,45 %. Im April des vergangenen Jahres wurde etwa ein Bürogebäude in Mailand um 39,6 Millionen Euro mit einer Ankaufsrendite von 7,8 % erworben. Zu den Mietern zählen Pfizer und NXP Semiconductors.
Der XL investiert auch in weitere Regionen, so etwa in Norwegen, Großbritannien und Kanada. Der Fonds investierte 2025 knapp mehr als 150 Millionen Euro in sechs Immobilien mit einer Ankaufsrendite von 7,56 %. Zu den Beispielen zählt vorigen März der Kauf von einer Einzelhandelsfläche im britischen Cheltenham um 14 Millionen Euro mit einer Ankaufsrendite von 7,14 %. Vermietet wurde an Lidl und Starbucks. Von höheren Renditeversprechen lasse man sich hingegen nicht anlocken, ergänzt Prandl. So seien jüngst Immobilien in einigen Regionen Osteuropas angeboten worden. Aufgrund mangelnder Transparenz habe man aber abgelehnt.
Foto: Corum
