Mögliche Alternativen zu Staatsanleihen
Kurse von Staatsanleihen geraten verstärkt unter Druck. Auf der Suche nach neuen Chancen.
(25.09.2026) Die globalen Anleihemärkte stehen vor großen Umbrüchen. Grund sind die wachsenden öffentlichen Schulden in zahlreichen Industrienationen wie auch die Zinswende, die allein in der Eurozone, den USA und zuletzt auch in Japan eingeleitet wurde. So erhöhte die Bank of Japan am 18. September den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 % und damit auf den höchsten Stand seit 1995. Schließlich gelte es, die stärker anziehende Inflation aufgrund steigender Energiepreise einzudämmen. Die Folgen sind bei den Kursen von Staatsanleihen deutlich zu sehen. Sie geraten unter Druck.
Bedarf an Alternativen wächst
„Der Bedarf an Alternativen und Ergänzungen zu herkömmlichen Staatsanleihen wächst damit“, konstatiert Werner Krämer, Senior Economic Analyst bei Lazard Asset Management. Obendrein ist seit 2005 die Zahl jener Staaten mit einem AAA-Rating etwa im „Bloomberg Global Aggregate Bond Index“ stark gesunken. Krämer verweist im aktuellen Umfeld auf Covered Bonds als eine mögliche Alternative.
Mit Covered Bonds sind Anleihen gemeint, die durch einen Deckungsstock abgesichert sind. Dieser kann aus Immobilienkrediten (etwa bei Pfandbriefen) oder Krediten an den öffentlichen Sektor sowie aus Schiffs- und Flugzeugfinanzierungen bestehen. Selbst Unternehmenskredite können gebündelt werden. Dieser Pool kann dann als Besicherung für Covered Bonds herhalten. Obendrein falle der Deckungsstock im Falle einer Pleite des Emittenten nicht in die Insolvenzmasse.
Rekordjahr 2026
Doch wie sieht der Markt aktuell aus? Hierzu liefert UBS-Analystin Annalaura Capuano einen Überblick. Demnach erreichte Ende vergangenen Jahres das globale Volumen umgerechnet rund 3,4 Billionen Euro, somit ein weiteres Hoch. Rund 90 % davon entfallen auf mit Hypotheken besicherte Covered Bonds. Und mehr als 60 % der Papiere wurden in Euro emittiert. Doch das ist nicht alles. Allein von Jänner bis September des laufenden Jahres wurden bereits mehr solcher Papiere emittiert als im gesamten vergangenen Jahr. Innerhalb Europas dominieren mittlerweile Covered Bonds aus Frankreich etwa den „iBoxx Euro Covered Index“, gefolgt von Deutschland.
Interessierten Anlegern rät Krämer allerdings, breit gestreut in diese Anlageklasse zu investieren, und erläutert in diesem Zusammenhang weitere Besonderheiten des Marktes: Er sei schließlich stark fragmentiert und weniger liquide als der Markt für große Staatsanleihen. Obendrein sollten Anleger die unterschiedlichen Rechtsrahmen der einzelnen Länder beachten. Deckungsstöcke seien ebenso unterschiedlich ausgestaltet wie die Strukturen der Anleihen. Zumindest habe aber die europäische Harmonisierung das Sicherheits- und Transparenzniveau erhöht und die Vergleichbarkeit verbessert.
Unterschiedliche Ansätze
Im „Schroder ISF Securitised Credit Fund“ haben derzeit 64 % der Papiere ein AAA-Rating. Weitere 23 % des Portfolios entfallen auf „Collateralized Loan Obligations“ aus der EU, bei denen Unternehmenskredite gebündelt werden. Insgesamt machen die USA rund 61 % aus, gefolgt von der Eurozone mit 30 %.
Der „BNP Paribas Flexi I Structured Credit Europe AAA Fonds“ investiert zu einem guten Teil in Pfandbriefe sowie in weitere Covered Bonds. Der Großteil der Emittenten ist aus Europa. Zudem wird fast nur in Euro denominierte Anleihen investiert. Und gut 90 % der Emittenten haben ein AAA-Rating. Bei beiden Produkten sind auch Verluste möglich.
Autorin: Mag. Raja Korinek
Foto: AdobeStock / Satori Studios
| Im Artikel vorgestellte Produkte | |
| Name | ISIN |
| Schroder ISF Securitised Credit Fund | LU1662754586 |
| BNP Paribas FlexI I Structured Credit Europe AAA Fund | LU1815416448 |
