Wie geht es uns wirklich?

(09.10.2026) Aktienkurse bleiben mit nur leichter Volatilität in lichten Höhen. Kaum sinken die Ölpreise (und sei es nur für ein paar Tage), wirkt sich dies auf die Börsen positiv aus. Das ist eigentlich kindisch, denn wen außer Daytradern interessieren Augenblickswahrnehmungen? Auch die Anleihemärkte werden wieder attraktiver. Aber ist das die ganze Wahrheit?

Kurse bleiben hoch, solange die Investoren nicht bereit sind, woanders Risiken in Kauf zu nehmen. Schließlich birgt jede Anlageform und jede Assetklasse ein gewisses Risiko. Also bleibt man gleich investiert, wo man ist. Allerdings muss das nicht mehr lange so bleiben, und dafür sind zumindest zwei Gründe ursächlich: Erstens steigen die Zinsen und machen so nach langer Zeit wieder Anleihen interessanter, und zweitens sind die Aktienbörsen allzu sehr KI-getrieben. Künstliche Intelligenz muss nicht unbedingt eine Blase darstellen – ein Klumpenrisiko ist sie allemal. Und dieses wächst bei den hochverschuldeten KI-Unternehmen mit jeder Zinserhöhung.

Auch die gute hohe Konjunktur ist zu hinterfragen, da sie hauptsächlich auf zwei Branchen basiert: Handelt es sich in den USA um KI, ist es in Europa der Defense-Bereich, der für Wachstum sorgt.

Anderen Branchen geht es weit weniger gut, die europäische Automobilbranche – etwa in Deutschland ein wesentlicher Pfeiler der Wirtschaft – befindet sich sogar in einem Jammertal. Schauen wir derzeit alle nur weg oder sind wir einfach abgeklärter geworden?

„Stell Dir vor, es kommt ein Crash, aber keiner geht hin!“ – geht das?

Herzlichst, Ihr Tibor Pásztory