Wie in Krypto investieren: Zertifikate, ETPs und ETNs im Vergleich
Für Investments in Bitcoin mit Zertifikaten gibt es gute Gründe – allen voran die geringere Komplexität. Experten legen sie allerdings nur sehr erfahrenen Anlegern ans Herz.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung: Mehr Vielfalt und mehr Regulierung im Krypto‑Investmentmarkt
- Krypto‑Zertifikate: Struktur, Chancen und Risiken
- Krypto‑ETPs: Physisch besicherte Produkte im Überblick
- Produktbeispiele im Detail
- Direktinvestments über regulierte Plattformen
- ETNs von XBT Provider (CoinShares)
- Fazit: Welche Anlageform passt zu welchem Anlegertyp?
In den vergangenen Jahren hat sich der Markt für Krypto‑Veranlagungen rasant weiterentwickelt. Neben Bitcoin selbst ist eine breite Palette an börsengehandelten Produkten entstanden, die Anlegern einen regulierten, transparenten und vergleichsweise einfachen Zugang zur Anlageklasse ermöglicht. Gleichzeitig haben striktere regulatorische Vorgaben – etwa durch MiCA in der EU – für deutlich mehr Sicherheit, Transparenz und Anlegerschutz gesorgt.Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Unterschiede zwischen Zertifikaten, ETPs und ETNs und zeigt anhand konkreter Beispiele, welche Produkte für Privatanleger infrage kommen.
1. Krypto‑Zertifikate: einfache Struktur, aber Emittentenrisiko
Krypto‑Zertifikate sind strukturierte Schuldverschreibungen, die die Wertentwicklung einer Kryptowährung nahezu 1:1 abbilden – ohne Wallet, Private Keys oder Handelsplattformen. Sie werden über das normale Wertpapierdepot gehandelt.
Typische Formen:
- Open‑End‑Partizipationszertifikate
- Tracker‑Zertifikate
Vorteile:
- einfache Handhabung
- kein Wallet nötig
- Handel über regulierte Börsen
Risiken:
- Emittentenrisiko
- keine physische Besicherung
- teils höhere Gebühren
Vontobel Bitcoin Zertifikat
- Typ: Open‑End‑Partizipationszertifikat
- Abbildung: 1:1 Bitcoin in USD
- Vorteil: Depot‑fähig, kein Wallet nötig
- Risiko: Emittentenrisiko der Bank Vontobel
2. Krypto‑ETPs: physisch besichert und MiCA‑konform
ETPs (Exchange Traded Products) sind der Goldstandard für regulierte Krypto‑Investments in Europa. Sie sind – anders als Zertifikate – physisch besichert: Die zugrunde liegenden Coins liegen tatsächlich bei einem regulierten Verwahrer im Cold Storage.
Typische Anbieter:
Merkmale:
- physisch hinterlegt
- Sondervermögen‑ähnliche Struktur
- kein klassisches Emittentenrisiko
- MiCA‑konform (ab 2025)
- börsengehandelt wie ETFs
ETPs von 21Shares
- ISIN: CH0454664001
- Typ: physisch besichert
21Shares Bitcoin Core ETP (CBTC)
- ISIN: CH1199067674
- Typ: Low‑Fee‑ETP (0,10 % TER)
von WisdomTree
WisdomTree Physical Bitcoin (BTCW)
- ISIN: GB00BJYDH287
- Struktur: physisch besichert
WisdomTree Physical Ethereum (ETHW)
- ISIN: GB00BJYDH394
- Struktur: physisch besichert
3. Swissquote: regulierte Bank mit direktem Krypto‑Handel
Wer lieber direkt Kryptowährungen kauft, aber dennoch auf eine regulierte Infrastruktur setzt, findet in Swissquote eine Alternative.
Swissquote bietet:
- über 50 Kryptowährungen (BTC, ETH, SOL, DOT, ADA, XRP usw.)
- Verwahrung durch eine FINMA‑regulierte Schweizer Bank
- Handel über App oder Webplattform
Für österreichische Anleger ist Swissquote zugänglich, aber nicht steuereinfach.
4. XBT Provider (CoinShares): Bitcoin‑Pionier mit ETNs
XBT Provider – heute Teil von CoinShares – war 2015 der erste Anbieter eines börsengehandelten Bitcoin‑Produkts. Die Produkte sind ETNs (Exchange Traded Notes) – also Schuldverschreibungen, keine physisch besicherten ETPs.
Merkmale:
- synthetische Struktur
- Emittentenrisiko
- keine MiCA‑Beschränkung
- handelbar über Stockholm, Frankfurt, Stuttgart
Bitcoin Tracker One
- Typ: ETN
- Währung: SEK
- Struktur: synthetisch
- Gebühren: ca. 2,5 % p.a.
Fazit: Welche Anlageform passt zu wem
- Zertifikate eignen sich für Anleger, die einfache Strukturen bevorzugen und Emittentenrisiko akzeptieren.
- ETPs sind ideal für langfristige Anleger, die physische Besicherung und hohe Regulierung wünschen.
- ETNs wie jene von XBT Provider sind eine Alternative für spezialisierte Märkte oder Währungen.
- Direktinvestments über regulierte Plattformen wie Swissquote bieten maximale Flexibilität, aber auch technische Komplexität.
Egal für welches Produkt man sich entscheidet: Börsengehandelte Krypto‑Produkte sind heute transparenter, regulierter und leichter ins Portfolio integrierbar als je zuvor.
Autorin: Anneliese Proissl
