Entscheidungsdilemma bei Fremdwährungskrediten

Nachschießen, konvertieren, zuwarten oder überlegt entschulden? Optionen für Schweizer-Franken-Kreditnehmer gibt es viele, aber nicht immer gute.

Guter Rat ist nicht teuer, aber verwirrend, wenn es sich um endfällige Fremdwährungskredite (Fwk), kombiniert mit Tilgungsträger in Euro unter ständigen Wechselkursänderungen bei den Referenz-Währungen im ungewissen Wirtschaftsumfeld handelt. Zwischen Banken und unabhängigen Finanzberatern gibt es heftige Kontroversen, wer verunsicherte Kreditnehmer bezüglich Verlustkalkulation, Kursrisikoabwägung oder Umschuldungskosten am ehrlichsten und uneigennützigsten berät. Jede Seite sieht dabei sich selbst voran. Die Aufwertung des Schweizer Franken (CHF), in dem 86,6 % aller heimischen Fwk-Nehmer verschuldet sind, hält diese unter ständigem Druck. Wie hoch er ist, hängt vom Franken-Kurs zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme ab. Viele sind Ende der neunziger Jahre bei etwa 1,61 CHF/€ eingestiegen. Ende 2010 lag der Kurs bei 1,25 am schlechtesten, jetzt steht er bei knapp 1,30. Das hat die Buchschuld der Darlehen für Kreditnehmer seit Mitte 2007 um 10 Mrd€ oder 22 % erhöht. Sie müssten heute 22 % mehr Euro aufbringen, um ihren Kredit zu tilgen.

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