Aus für undurchsichtige Finanzwetten

Nun geht es auch dem Handel mit OTC-Derivaten an den Regulierungskragen. Mit mehr Transparenz, Transaktionsregister und Co.

Es ist ein riesiges Volumen. Rund 500 Mrd€ macht der Handel mit OTC-Derivaten in der EU aus. Das sind Derivate, die nicht an Börsen, sondern ‚over the counter‘ gehandelt werden. Diese Papiere gelten als riskante Geschäftspraktik und als (Mit-)Auslöser für die globale Finanzkrise 2008. 80 % der Derivate wurden ohne Regulierung und ohne Kontrolle außerhalb der Börse gehandelt. Nur 1,24 % der Geschäfte und „Wetten“ in deren Interbankenverkehr waren in den Bilanzen der US-Institute am Tag der Lehman-Pleite erkennbar. An den Börsen vorbei gehandelte Derivate werden daher als ein bisher weitgehend unkontrollierbarer Teil des Finanzmarktes angesehen. Nun will bzw. wird die neue EU-„Verordnung über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister“ in einem der intransparentesten aber gleichzeitig bedeutendsten Finanzbereiche für mehr Transparenz und weniger Risiko sorgen.

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