Börsen-Chefin sucht Aktionäre

Fehlende Börsegänge, schrumpfende Umsätze und eine Performance, die anderen Börsen meilenweit hinterherhinkt: Für die frühere RCB-Chefanalystin tut sich ein weites Arbeitsfeld auf.

Dass es so nicht weitergehen kann, dürfte den Vorständen der Wiener Börse - Dr. Michael Buhl und Mag. Birgit Kuras (Foto oben), die seit 1. März dem nach Oberösterreich zurückgekehrten Dr. Heinrich Schaller folgte - klar sein. Und so spannt Kuras den großen historischen Bogen: von 1871, als Wien die „größte Börse der Welt“ war, über 1985, als Jim Rogers die im Dornröschenschlaf zweier Verstaatlichungsgesetze Versunkene wach küsste, bis hin zu den Privatisierungen zu Ende des vergangenen und zu Beginn dieses Jahrtausends, die für ein kräftiges Lebenszeichen gesorgt hatten. Ganz im Gegensatz zur Gegenwart: Kuras beklagt die zunehmende „Dämonisierung des Kapitalmarktes als ,Tummelplatz von Zockern’ und als Plattform, die mehr reguliert werden muss“. Ihr fehlt ein „offenes Bekenntnis zum Kapitalmarkt“. Und die „aktionärsfeindliche Gesetzgebung“ drehe „die Spirale nach unten“. Ergebnis: 40 % weniger Umsatz im ersten Quartal als noch vor einem Jahr, jede Menge Delistings aber fast keine Börsengänge und ein Leitindex, der 47 % unter seinem historischen Höchststand notiert (zum Vergleich: Dax -14 %, Dow Jones -6 %).

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