Die nutzlosen Prognosen der DAX-Konzerne

Der Fall hatte Signalwirkung: Der Pharmakonzern Merck KGaA hatte in seinem Ausblick für das Jahr 2008 unter dem Verweis auf die Wirtschafts- und Finanzkrise vollständig auf eine Prognose zur künftigen Entwicklung verzichtet.

Das Fehlen eines Ausblicks rief die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan. Die BaFin stufte das Versäumnis schließlich als wesentlichen Fehler ein. Der ausgesprochene Verweis landete vor Gericht, doch der von Merck erhobene Einspruch wurde vom Oberlandesgericht in Frankfurt zurückgewiesen. Seither haben deutsche Firmen in Sachen Prognosebericht eine Bringschuld. Ulrich Hocker, Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): „Prognosen sind ein unentbehrliches Instrument, wenn es darum geht, den fundamentalen Zustand eines Unternehmens und die mögliche Kursentwicklung realistisch einzuschätzen zu können.“

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