Steigende Zinsen als Realität

Die 10-jährigen US-Treasuries verzeichneten im Mai den stärksten monatlichen Kursrückgang seit drei Jahren.

Ein Blick auf den Langfrist-Zins- Chart der 10-Jahres-US-Staatsanlei- hen spricht Bände: So sieht eine Zinswende nach Lehrbuch aus! In- nerhalb eines Monats stieg die Ren- dite der US-Bonds von 1,67 auf 2,16 %. Hört sich nicht spektakulär an, doch erreichten die US-Treas- uries mit diesem Niveau abrupt wieder den Stand von April 2012. Die deutsche Umlaufrendite hob sich im Monatsvergleich von 1,00 auf 1,2 % und der Anleihenhalter kam damit noch glimpflich davon. Die britischen 10-Year-Gilts werfen nach 1,8 % im April nun 2 % ab. Als vollkommen überraschend und zu- gleich bezeichnend für die Situati- on ist die beinahe 100-prozentige Steigerung der Rendite der japani- schen staatlichen Gläubigerpapiere in diesem Zeitraum zu sehen. Diese stehen nun auf 0,93 %. Die Bewe- gung erfolgte trotz der Verdoppe- lung der Aufkäufe der heimischen Zinspapiere durch die Bank of Ja- pan. Es schlägt nun ein Misstrau- en durch.

Die Folgen eines Drehens der Anleihenmärkte bekommt der Gläu- biger massiver zu spüren, als es auf den ersten Blick erscheint: Denn ein Anstieg des Rendite-Niveaus von einem halben Prozentpunkt schlägt sich am Beispiel der US- Bonds in einem Kursverlust von 4,5 % (!) nieder. Für eine konserva- tive Anlagegattung ein Erdbeben.

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