Investments mit Wachstumsperspektiven in Hong Kong, Indien, Australien und Kanada

Europas Wirtschaft ist überreguliert und stagniert. Indessen ist im asiatischen Raum, Australien und Kanada noch reichlich Wachstumspotenzial vorzufinden.

Der IWF rechnet für 2017 im Euroraum nur noch mit 1,4 % Wachstum, während die ASEAN-5-Staaten, China und Indien um jeweils 5,1; 6,2 bzw. 7,4 % wachsen sollten. Gleichzeitig ist – trotz relativ niedriger Verschuldung – das Zinsniveau der Schwellenländer höher, was eine Rendite von 4,26 % im Bloomberg USD Emerging Market Sovereign Bond Index (28. 9.) zeigt. Laut IWF ist die Staatsverschuldung der Entwicklungs- und Schwellenländer in den Jahren 2002 bis 2015 von 54,9 auf 45,1 % gesunken. Im gleichen Zeitraum ist sie in den entwickelten Volkswirtschaften von 71,4 auf 104,8 % des BIP gestiegen.

Hohe Zinsen für laufende Erträge
Dieser langfristige Trend spricht für EM-Bonds, die in Heimatwährung besonders hohe Renditen abwerfen. Effektiv kann hier über einschlägige Fonds investiert werden, wie den AI-Emerging Markets Local Currency Bond A (T) (ISIN: LU0273494806), der im laufenden Jahr 11,4 % im Plus liegt (27. 9.) und die Währungen Polnischer Zloty, Brasilianischer Real und Südafrikanischer Rand mit je rund 11 % am stärksten gewichtet. Mit 15,8 % Plus in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls interessant ist der Pioneer Fund EM Bond Local Currency A ND (LU0441086153), der den Brasilianischen Real, die Indonesische Rupiah und den Mexikanischen Peso am stärksten gewichtet.

Besonders hohe Gewinnchancen bieten Rand-Anleihen. Nachdem der Südafrikanische Rand binnen vier Jahren bis Anfang 16 mehr als 40 % gegenüber dem Euro an Wert verlor, setzte eine Wende ein, weshalb folgende Rand-Anleihe der Republik Südafrika interessant erscheint: Kupon: 8,75 %; Fälligkeit: 31. 1. 2044; Rendite 27. 9.: 9,49 % (ZAG000106972).

Australien und Kanada
Diese beiden Länder gewinnen auf lange Sicht durch wenig Bürokratie und qualitativ hochwertige Zuwanderung. Mit Aktien des Einzelhandelssektors profitiert man vom privaten Konsum, während der australische Rohstoffgigant BHP Billiton (AU000000BHP4) oder der kanadische Ölsand-Wert Suncor Energy (CA8672241079) dynamischere Investments im Hinblick auf eine Erholung der Rohstoffpreise darstellen. In Kanada solide Einzelhandels-Titel sind der größte Lebensmitteleinzelhändler Loblaw (CA5394811015) und die größte Apothekenkette der Provinz Quebec, The Jean Coutu Group (PJC) (CA47215Q1046), die sich durch eine Eigenkapitalquote von 80,9 % und eine Gesamtkapitalrentabilität von 13,2 % in den vergangenen vier Quartalen auszeichnet. In Australien interessant erscheint Woolworth (AU000000 WOW2), die aus einer mehrjährigen Restrukturierungsphase gestärkt hervorgehen sollte.

Schwellenländer-Aktienmix
In Indien ist ein mögliches Investment das IT- & Outsourcing-Unternehmen Infosys (US4567881085), angesichts einer Bodenbildung und eines Forward KGVs 2017/18 von 14,6 (28. 6.). An der wachsenden Mittelschicht und steigenden Motorisierung des Landes profitieren Tata Motors (Pkw und Lkw, US87656 85024) und Bajaj Auto (Motorräder, leichte Nutzfahrzeuge, US0571002080). Letztere vertreibt auch KTM Motorräder in Südostasien und ist zu 48 % an der KTM AG beteiligt. Tata Motors hingegen ist aufgrund des zu erwartenden Wachstums mit einem geschätzten Forward KGV 2017/18 von 9,5 günstig.

In Hong Kong stellt die CK Hutchison Holding (Häfen, Einzelhandel, Infrastruktur und Telekommunikation, KYG217651051) ein Basisinvestment dar, zumal ein Forward-KGV von 10,9 im Jahr 2017 noch Spielraum nach oben bietet.

Autor: Michael Kordovsky (redaktion@boersen-kurier.at

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