In jedem Marktszenario renditebringend positionieren

Mit Zertifikaten können Anleger von steigenden, fallenden oder seitwärts tendierenden Märkten profitieren. Der Börsen-Kurier stellt neue Produkte auf österreichische Aktien vor.

Es müssen nicht immer Aktien sein. Auch mit Zertifikaten auf österreichische Aktien lassen sich schöne Erträge generieren. Allerdings bieten sie einen entscheidenden Vorteil, wie Philipp Arnold, Zertifikate-Experte bei der Raiffeisen Centrobank (RCB), gegenüber dem Börsen-Kurier erklärt: „Mit Zertifikaten kann man sich in jedem Marktszenario – egal, ob man nun von steigenden, fallenden oder seitwärts tendierenden Aktienmärkten ausgeht – renditebringend positionieren.“

„Gerade bei Investments in Einzeltitel ist es dabei unerlässlich, sich mit dem Unternehmen und der Aktie auseinanderzusetzen“, so Arnold weiter. Falls man das nicht wolle, so sei möglicherweise eine indexbasierte Lösung eine Option. „Durch diese Diversifizierung ist der Anleger nicht direkt einem einzelnen Unternehmensrisiko ausgesetzt, sondern vielmehr breit gestreut und – mit der Wahl des richtigen Zertifikats – entsprechend seiner Markterwartung klug positioniert“, so Arnold.

„Aktien-Luft“ schnuppern
So weit, so gut. Derzeit gibt es eine Reihe von interessanten neuen Produkten. Für Anleger, die „Aktien-Luft“ schnuppern, dabei aber auf Nummer sicher gehen wollen und mittel- bis langfristig von einem seitwärts tendierenden bzw. leicht steigenden österreichischen Markt ausgehen, bietet sich etwa das Garantie-Zertifikat Österreich Aktien Bond 2 (ISIN: AT0000A1NYF0) der RCB an. Hier wird der investierte Nominalbetrag am Ende der Laufzeit (November 2024) zu 100 % zurückbezahlt – und zwar unabhängig davon wie sich die Kurse der drei zugrundeliegenden Aktien (Andritz, OMV, voestalpine) entwickeln.

Darüber hinaus besteht für Anleger mit dem Garantie-Zertifikat Österreich Aktien Bond 2 die Chance, jährlich einen Kupon von 3,25 % zu lukrieren. Die Voraussetzung dafür ist, dass alle drei Aktien am jährlichen Bewertungstag über den jeweiligen Schlusskurs am ersten Bewertungstag (Startwert) notieren. Die Startwerte wurden in der folgenden Höhe festgesetzt: OMV 28,36 €,
Andritz 47,75 €, voestalpine 32,58 €. Sobald allerdings nur eine der drei Aktien am Bewertungstag unter dem Startwert notiert, entfällt der Kupon für das jeweilige Jahr.

„Anleger, die das Zertifikat kaufen möchten, müssen sich vor Augen halten, dass es – da die Zeichnungsfrist abgelaufen ist – auf dem Sekundärmarkt erhältlich ist“, so Arnold. Der Kaufkurs könne dabei unter oder über dem Emissionspreis liegen.

Für Anleger, die Chancen am Aktienmarkt suchen und bereit sind, etwas mehr Risiko zu einzugehen, könnte die Aktienanleihe auf die Vienna Insurance Group (AT0000A1PJ J8) interessant sein. Sie bekommen hier jedenfalls einen Zinssatz in Höhe von 8 % des Nominalbetrags am Laufzeitende im September 2017 gutgeschrieben. Ob zum Laufzeitende die Rückzahlung des Nominalbetrags zu 100 % erfolgt oder der Anleger Aktien der VIG ins Depot geliefert bekommt, hängt davon ab, ob der Basiswert bis zum 15.9.2017 (letzter Bewertungstag) immer über der Barriere von 13,6 € notiert. Ist das der Fall, so wird die Aktienanleihe zu 100 % zurückbezahlt.

„Falls allerdings die Barriere berührt oder unterschritten wird und der Schlusskurs am letzten Bewertungstag unter dem Basispreis (21 €) liegt, so bekommt der Anleger die zu Beginn der Laufzeit festgelegte Aktienanzahl pro 1.000 € Nominale (47 Stück) geliefert, so Arnold.

Aber auch die Konkurrenz schläft nicht, was neue interessante Produkte betrifft. In Zeichnung befindet sich etwa gerade eine Memory-Express- Anleihe der Erste Group auf die OMV (AT0000A1PCM7) – der Emissionstag ist der 18. November. Das Zertifikat bietet Anlegern jedenfalls einen Zinsertrag dessen Zahlung von der Wertentwicklung des Basiswertes abhängt. Konkret erhalten sie am jeweiligen Zinszahlungstag eine Zinszahlung von 6 % bezogen auf den Nominalbetrag – vorausgesetzt der Schlusskurs der OMV-Aktie notiert am jeweils maßgeblichen Bewertungstag auf oder über der Kupon-Barriere (65 % des Ausübungspreises). Ist das nicht der Fall, werden keine Zinsen ausbezahlt.

Zwei Szenarien
Für den Fall, dass der Schlusskurs der OMV-Aktie an einem Bewertungstag auf oder über der Rückzahlungsbarriere notiert, wird die Schuldverschreibung am direkt darauf folgenden Rückzahlungstag vorzeitig zu 100 % getilgt (inklusive der bis dahin fälligen Zinserträge). Erfolgt keine vorzeitige Rückzahlung der Schuldverschreibung, so sind wiederum zwei Szenarien möglich: Notiert der Schlusskurs der OMV-Aktie am letzten Bewertungstag auf oder über der finalen Rückzahlungsbarriere (65 % des Ausübungspreises), erfolgt die Rückzahlung zu 100 % des Nominalbetrags (zuzüglich des dann fälligen Zinsertrags). Falls allerdings der Schlusskurs des Basiswertes am letzten Bewertungstag unter der finalen Rückzahlungsbarriere notiert, erhalten Anleger eine entsprechend dem Bezugsverhältnis festgelegte Zahl von OMV-Aktien.

Autor: Mag. Patrick Baldia (redaktion@boersen-kurier.at)

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