Diese ATX-Prime-Werte bereiteten den Anlegern große Freude

An der Wiener Börse herrscht Freudenstimmung. Der ATX-Prime stieg bis 23. 1. binnen eines Jahres um 24 % und einzelne Werte sogar binnen sechs Monaten um bis zu 60 %.

Wien kann anders sein, doch die Branchenrotation läuft durchaus im Einklang mit internationalen Börsentrends. Deshalb befanden sich auch unter den Top 12 der vergangenen sechs Monate (bis 23. 1., mittags) gleich zwei Versicherungswerte, nämlich UNIQA (+31 %) und Vienna Insurance Group (+30 %). Der Spitzenreiter mit +60 % ist indessen die RBI. Die Zinsen haben am langen Ende wieder angezogen. Das ist gut für die absoluten Erträge der Banken und (Lebens-)Versicherungen, wobei Sondersituationen wie Konzernumbau und Rationalisierung ein Performance-Turbo sein können.

Beispielsweise strukturiert die RBI erfolgreich um und selbst nach der Fusion mit der RZB hält das Management an seinen Finanzzielen fest: Bis Ende 2017 werden eine CET1 Ratio (fully loaded) von mindestens 12 % und eine Eigenmittelquote (fully loaded) von mindestens 16 % angestrebt. Der Return on Equity vor Steuern soll mittelfristig rund 14 % und der Konzern-Return-on-Equity rund 11 % betragen.

Bei UNIQA kostet die Modernisierung der IT-Landschaft vorerst viel Geld. Das Ergebnis für 2016 soll planmäßig niedriger ausfallen. Für die kommenden Jahre plant UNIQA die Ausschüttung je Aktie im Rahmen einer progressiven Dividendenpolitik kontinuierlich zu steigern. Auf Basis eines Kurses von 7,40 Euro liegt die Dividendenrendite bei 6,35 %.

Porr und Polytec auf Platz 2 und 3
Mit +52 % in den vergangenen sechs Monaten die zweitstärkste Performance aller ATX-Prime-Werte
verzeichnet die Baufirma Porr, deren Auftragsbestand per 30.9.2016 einen neuen Rekordwert von stolzen 5,18 Mrd Euro (+11,5 %) erreichte. Der positive Ertragswachstumstrend der vergangenen Jahre sollte sich weiter fortsetzen. Und: Die Aktie hat mit geschätzten Forward-KGVs 2017 und 2018 von je 12,4 bzw. 11,8 noch weiter Potenzial.

Auf +47 % brachte es der Automobilzulieferer Polytec. Die Entwicklung der ersten neun Monate 2016 ist vielversprechend: Umsatz +3,5 % auf 481,9 Mio Euro und Ergebnis je Aktie gleich +25 % auf 1 € verbessert! Neben dem soliden Geschäft mit Kunststoff-Komponenten für Autos baut das Unternehmen mit Transportboxen ein wachsendes Standbein auf. Auf Basis eines Kurses von 10,80 € liegt das erwartete Forward-KGV 2018 mit 9,6 im günstigen Bereich.

Turnaround-Story bei Warimpex
Nummer 4 der Top-Performer ist die Hotel- und Immobiliengruppe Warimpex, deren Turnaround in den ersten drei Quartalen 2016 von einem Plus von 43 % in den vergangenen sechs Monaten begleitet ist. Stabile Hotelumsätze und eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Projekten ermöglichten dies. So erhöhten sich die Erlöse aus der Vermietung von Büroimmobilien durch die Fertigstellung und Vermietung des Zeppelin Büroturms in St. Petersburg sowie des Erzsébet Bürogebäudes in Budapest von 2,9 auf 6,2 Mio Euro, und es stecken noch weitere Top-Projekte in der Pipeline. In Krakau soll neben dem Hotel Chopin ein Bürogebäude mit rund 26.000 m
2 entstehen und in der Airportcity St. Petersburg schreitet der Bau eines Multifunktionsgebäudes voran – geplante Fertigstellung für Mitte 2017 anvisiert.

Gleich hinter Warimpex rangiert Lenzing mit einem Anstieg um 39 %. Die Kostensenkungsprogramme griffen und die innovative Faser TENCEL® verkauft sich. Nun investiert Lenzing 275 Mio Euro in ein neues TENCEL®-Werk in den USA, dessen Inbetriebnahme für das 1. Quartal 2019 geplant ist. Die Chancen auf größere Ertragssprünge in den kommenden Jahren stehen gut. Bereits in den ersten neun Monaten 2016 stieg das Ergebnis je Aktie um 84,6 % auf 5,98 Euro.    

Autor: Michael Kordovsky(redaktion@boersen-kurier.at)

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