„Das Unternehmen ist in guten Händen“

Bei der ao. HV der conwert wurden fünf neue und zwei bisherige Verwaltungsratsmitglieder wieder gewählt. Alexander Proschofsky verabschiedete sich.

„Die letzten vier Jahre waren eine sehr intensive Zeit in der wir viel weitergebracht haben“, so der nunmehr ehemalige Verwaltungsratsvorsitzende Alexander Proschofsky am vergangenen Freitag vor 182 Aktionären im Studio 44 in Wien-Erdberg. Bei seinem Antritt habe die Marktkapitalisierung bei 800 Mio€ gelegen, nun sei diese auf das Doppelte angestiegen. „Ich werde künftig neue Projekte angehen, habe aber das beste Gefühl, dass das Unternehmen in guten Händen ist“, so Proschofsky.

Wichtige Zäsur
Im Anschluss stellten sich die designierten Verwaltungsratsmitglieder Rolf Buch (CEO Vonovia), Stefan Kirsten (CFO Vonovia), Fabian Heß (Leiter der Rechtsabteilung der Vonovia), Sabine Gleiß (Leiterin des Personalmanagements der Vonovia) jeweils kurz vor. Gleich vorweg: Im Rahmen der anschließenden Generaldebatte präsentierten sich auch die zur Wiederwahl stehenden Verwaltungsratsmitglieder Peter Hohlbein und Andreas Lehner – im Übrigen auf das Ansuchen eines Kleinaktionärs – nochmals den anwesenden Anlegern.

„Die heutige außerordentliche Hauptversammlung ist eine wichtige Zäsur im Leben der conwert“, eröffnete IVA-Vizepräsident Michael Knap die Generaldebatte. Dank wichtiger und konsequent umgesetzter Maßnahmen habe sich das Unternehmen zuletzt hervorragend entwickelt. „Trotz einer widrigen Ausgangslage wurde das Unternehmen zu einer Win-Win-Situation für alle“, brachte es der Anlegervertreter auf den Punkt. Die Folge: Die erfreuliche Entwicklung der Aktie. Zur Info: Allein auf Einjahressicht steht ein Plus von fast 24 % zu Buche.

Knap bedankte sich in weiterer Folge bei den geschäftsführenden Direktoren Wolfgang Beck und Thomas Doll  sowie beim Verwaltungsrat für die gute Arbeit. Ein besonderes Lob richtete er an den scheidenden Verwaltungsratsvorsitzenden Proschofsky. „Ohne dessen Konsequenz und Sturheit (letzteres sei „ein privater Einschub“, so Knap) sowie umfassender Kompetenz würde das Unternehmen heute nicht da stehen, wo es jetzt stehe.“ „Alles Gute, strengen sie sich an“, so die abschließenden Worte des Anlegerschützers an den neuen Verwaltungsrat.

„Wir haben eine lange schwere Zeit durchgemacht und auf vielen langen Hauptversammlungen richtige Schlachten gefochten“, so ein Anleger, der nach Knap das Wort ergriff. Er sei froh, dass es letztlich zu einem guten Ende gekommen sei – sprich die Vonovia die conwert übernommen habe – und es künftig in einer ähnlichen Tonart weitergehen würde. Er wollte weiters wissen, wieso der Verwaltungsrat zurückgetreten sei und wo künftig die Verwaltungsratssitzungen stattfinden würden.

Wie Proschofsky erklärte, sei der Rücktritt notwendig, um eine Neubesetzung des Verwaltungsrats zu ermöglichen. Dies soll auch die neuen Beteiligungsverhältnisse der conwert widerspiegeln. Im Zuge dessen soll die Anzahl der von der HV gewählten Verwaltungsratsmitglieder von fünf auf sieben erhöht werden. Die Sitzungen des Verwaltungsrats könnten künftig – wie zuvor – an beiden Sitzen der Gesellschaft (Berlin und Wien) stattfinden – theoretisch aber auch woanders bzw. teilweise per Videokonferenz.

Schwerer Abschied
Im Rahmen der Abstimmung wurden Buch, Kirsten, Heß und Gleis neu sowie Hohlbein und Lehner erneut in den Verwaltungsrat gewählt.

In der anschließenden konstituierenden Sitzung des Verwaltungsrats wurde im Übrigen Buch zum Vorsitzenden und Kirsten zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gremiums gewählt. Auch die anderen Tagesordnungspunkte – darunter unter anderem die Satzungsänderungen, dass die Zahl der Verwaltungsratsmitglieder von fünf auf künftig sieben erhöht werden soll oder der Verwaltungsrat dann beschlussfähig sei, wenn mindestens fünf Mitglieder – darunter der Vorsitzende oder ein Stellvertreter – an der Sitzung teilnehmen – wurden von der Hauptversammlung erfolgreich durch gewunken.

„Es fällt mir schwer Abschied zu nehmen“, so die abschließenden Worte von Proschofsky.

Autor: Mag. Patrick Baldia (redaktion@boersen-kurier.at)

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