Trading-Chancen an der Wiener Börse

An der Wiener Börse werden Ertragssteigerungen mit starken Kursgewinnen honoriert. Die sechs Performance-Spitzenreiter im ATX-Prime haben eine Gemeinsamkeit: Steigende Gewinne.

Gewinnwachstumsschübe in Kombination mit einer hohen relativen Stärke des Aktienkurses zum Gesamtmarkt in den vergangenen sechs Monaten sind starke Kaufsignale für kurz- bis mittelfristig orientierte Anleger. Die Wiener Börse bietet eine Reihe derartiger Trading-Chancen.

Spitzenreiter Polytec, RBI und Lenzing
Mit jeweils 72, 66 bzw. 48 % Plus in den vergangenen sechs Monaten die Spitzenreiter des ATX-Prime sind Polytec, RBI und Lenzing. Der Automobilzulieferer Polytec hat die Kosten im Griff, führt gezielte Akquisitionen durch und baut außerhalb des Automobilsektors einen lukrativen Standort auf (Transportboxen am Standort Ebensee). 2016 war Polytec in der Lage, das EBITDA um rund ein Drittel auf rund 80 Mio Euro zu steigern. Das EBIT konnte gemäß vorläufiger Zahlen um rund 40 % auf 52 Mio Euro verbessert werden. Laut aktuellem Analystenkonsens liegt das für 2017 erwartete Forward-KGV noch immer bei günstigen 8,7 (Kurs:13,72 Euro).

Durch ein Kostensenkungsprogramm und Fokussierung auf das Kerngeschäft wieder satte Gewinne erwirtschaftet die RBI, die ihre Kapitalziele bereits ein Jahr früher als erwartet erreichte und in der Lage war, 2016 ihren Gewinn/Aktie von 1,30 auf 1,58 Euro zu steigern, was bei einem Kurs von 22 Euro einem KGV von 13,9 entspricht.

Lenzing profitiert von gelungenen Kostensenkungsprogrammen, steigenden Faserpreisen und Verkaufserfolgen der innovativen Faser „TENCEL®“. Der Free Cash Flow stieg in den ersten neun Monaten 2016 um 121 % auf 310,8 Mio Euro und das Ergebnis/Aktie konnte um 85 % auf 5,98 Euro gesteigert werden. Lenzing hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 den Anteil der lukrativen Spezialfasern auf 50 % des Konzernumsatzes zu steigern und investiert 275 MioE in eine TENCEL®-Faseranlage in Mobile, Alabama (USA). Die Inbetriebnahme ist im 1. Quartal 2019 geplant.

OMV – Schwarze Zahlen im 4. Quartal
Um 46 % in den vergangenen sechs Monaten stieg die OMV-Aktie. Die OMV strukturierte 2016 um und konnte durch Kostensenkung die Erträge verbessern. Besonders erwähnenswert ist ein Anstieg des freien Cash Flows nach Dividenden inklusive Veränderung nicht beherrschender Anteile, der sich 2016 um 1,7 Mrd Euro auf 1,1 Mrd Euro verbesserte. Das Ergebnis/Aktie drehte im 4. Quartal von -0,59 mit 0,15 Euro ins Plus und die Aktie ist auf Basis des Reuters-Schätzungskonsens mit einem Forward-KGV 2018 von 12 noch immer solide bewertet.

Wienerberger und VIG
Mit 38 bzw. 35 % Wertentwicklung in den vergangenen sechs Monaten jeweils auf Platz 5 und 6 im ATX-Prime sind Wienerberger und VIG. Bereits 2015 hatte Wienerberger nach einer mehrjährigen Durststrecke den Turnaround vollzogen und 2016 machten sich die Kostensenkungs- und Restrukturierungsmaßnahmen sowie selektive Übernahmen der vergangenen Jahre bezahlt: Wienerberger konnte 2016 bei nahezu unverändertem Umsatz das EBITDA um 9 % auf 404,3 Mio Euro steigern. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich sogar um 65 % auf 115,3 Mio Euro und für 2017 kann von weiteren Zuwächsen ausgegangen werden. Die VIG konnte bei einer leichten Steigerung des Prämienvolumens um 0,7 % auf 6,96 Mrd Euro in den ersten drei Quartalen 2016 den Konzerngewinn vor Steuern um 88,4 % auf 301,3 Mio Euro steigern. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr eine Wertberichtigung der IT-Systeme in Höhe von 195 Mio Euro belastete.

Autor: Michael Kordovsky (redaktion@boersen-Kurier.at)

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