Ein Investment mit überschaubarem Risiko: Lindt & Sprüngli PS

Nur wenige Anleger wissen, dass das Ostergeschäft für die meisten Süßwarenproduzenten sogar noch wichtiger ist als das Weihnachtsgeschäft. Einer der großen Profiteure des Osterfestes ist der Schweizer Schokoladen-Spezialist Lindt & Sprüngli.

Während zu Weihnachten besonders die Schokoladen-Weihnachtsmänner gefragt sind, stehen zu Ostern die Schokoladen-Osterhasen hoch im Kurs. Lindt & Sprüngli verkauft seine Süßwaren zwar ganzjährig mit großem Erfolg, erzielt jedoch jedes Jahr rund 15 bis 20 % seines Um-satzes mit dem Osterverkauf. Zu den bekanntesten Produkten gehören Fioretto, Lindor sowie der Gold-Osterhase mit Glöckchen. Anfang 1998 erfolgte die Akquisition der „Ghirardelli Chocolate Company“ in San Francisco, der ältesten US-amerikanischen Schokoladen-Fabrik. Weitere Tochterfirmen finden sich mittlerweile in Hongkong, Mexiko, Polen, Schweden und Spanien. Der Höhepunkt der Übernahme-Serie erfolgte im Jahr 2014 mit dem Kauf des US-Konkurrenten Russel Stover. Damit gehört Lindt jetzt auch im wichtigen US-Markt zu den Marktführern im Premium-Bereich.

Starkes Wachstum und hohe Dividende
Das Geschäft von Lindt & Sprüngli entwickelt sich seit Jahrzehnten sehr solide. Im Jahr 1997 (also vor 20 Jahren) lag der Gewinn bei 69,7 MioCHF. 2016 lag er schon bei 419,70 MioCHF und ist damit in nur 19 Jahren um mehr als 500 % gestiegen. Daneben bieten die Aktien des Unternehmens eine überaus stabile Dividendenhistorie. In den vergangenen 20 Jahren hat Lindt & Sprüngli die Ausschüttung beständig erhöht. Die Analysten von Baader Helvea sehen das Unternehmen weiterhin auf Wachstumskurs, zumal sich Lindt & Sprüngli als Hersteller von Premiumschokolade in einer attraktiven Marktnische positioniert hat. In einem schwierigen Umfeld mit stagnierenden, teilweise sogar schrumpfenden Schokolademärkten, einer verhaltenden Konsumentenstimmung und hohen Preisen für Kakaobohnen und -butter hat Lindt abermals überzeugt. 2016 stieg der Umsatz um 6,8 % auf 3,9 MrdCHF und lag damit innerhalb der langfristigen Zielbandbreite von 6 bis 8 %. In allen wichtigen Absatzregionen hat der Konzern Marktanteile gewonnen. Dies beweist: Die Konsumenten setzen immer mehr auf Qualität, und die Innovationen von Lindt entsprechen deren Wünschen. In Europa ist Lindt um rund 7,4 % gewachsen. Besonders gut liefen die Geschäfte in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. In Nordamerika stieg der Umsatz zwar nur um 3,4 %, allerdings wurde dieses Ergebnis in einem schrumpfenden Schokoladenmarkt erzielt. Zudem bremsten Anpassungen im Produktportfolio und in der Werbestrategie der Tochter Russell Stover die Geschäftsentwicklung.

Ausblick positiv
Mit den Maßnahmen wurde aber die Basis für langfristig pro-fitables Wachstum geschaffen. Auch der hoch profitable eigene Einzelhandel wuchs zweistellig. Das Filialnetz wurde um 60 Shops auf 370
erweitert. Was die Gewinnentwicklung anbelangt dürfte Lindt wie geplant eine operative Marge von 14,4 bis 14,6 % erreicht haben. Der operative Gewinn legte um 8,4 % auf 562,5 MioCHF zu.

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten hatten hier mehr erwartet. Unter dem Strich steht für Lindt ein Reingewinn von knapp 420 MioCHF Franken und damit gut 10 % mehr als im Vorjahr. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand ein ähnliches Umsatzwachstum wie 2016. Man sieht: Die Konzentration auf Premium-Schokolade zahlt sich aus.

Autor: Wolfgang Regner (Redaktio@boersen-kurier.at)

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