Bekannte Namen versprechen Gewinne

Infolge von Übernahmen und Fusionen werden Aktien defensiver Dauerbrenner immer seltener. Doch genau diese Aktiengruppe sollte nach Marktturbulenzen besonders gefragt sein.

Unter Qualitätsaktien versteht man Aktien von großen Unternehmen in meist marktführender Position, die sich durch stabile, permanent wachsende Erträge auszeichnen. Vor allem Firmen aus defensiven Branchen unter den Dividenden-Aristokraten des S&P-500-Index fallen in diese Kategorie. Sobald ein Unternehmen in der Lage war, über einen Zeitraum von 25 Jahren jedes Jahr in Folge die Dividendenausschüttung zu steigern, kann es als Dividenden-Aristokrat bezeichnet werden. In Europa ist die Dividendenkontinuität nicht so stark. Trotzdem gibt es auch hier solide wachstumsorientierte Unternehmen in der Hand reicher Unternehmer bzw. Großaktionärs-Familien, die vom Management die Verfolgung einer qualitativen Wachs­tumsstrategie einfordern. Als Kleinaktionär kann man dann genauso wie die großen Player das eigene Vermögen vermehren, wenn auch nur in bescheideneren Größenordnungen.

In die Familien-Konzern-Kategorie fällt beispielsweise Henkel (ISIN: DE0006048432), die in allen Bereichen ein organisches Wachstums aufweist und fast die Hälfte des Umsatzes mit Klebemitteln sowie 31 % mit Pflegeprodukten erwirtschaftet und noch ein Fünftel mit Wasch- und Reinigungsmittel umsetzt. Das um Sonderposten bereinigte betriebliche Ergebnis stieg von 2012 bis 2016 um 8 % p.a. und das Management strebt von 2016 bis 2020 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Ergebnisses je Vorzugsaktie von 7 bis 9 % an. Anleger konnten seit der Emission der Henkel-Vorzugsaktie im Jahr 1985 bis Ende 2016 bei Wiederanlage der Dividenden (ohne Steuerabzug) eine durchschnittliche jährliche Gesamtperformance von 12,3 % erzielen.

Ein interessantes Basisinvestment ist auch der Kosmetik-Konzern L’Oreal (FR0000120321), der zu
33,05 % im Besitz der Bettencourt-Meyers-Familie steht. Das Unternehmen kann auf mehr als 30 Jahre Dividendenerhöhungen blicken.

22 Jahre in Folge konnte auch der Nahrungsmittel- und Getränkegigant Nestlé (CH0038863350) die Dividende steigern. Die Rentabilität des investierten Kapitals ohne Firmenwerte und immaterielles Vermögen verbesserte sich 2016 um 180 Basispunkte auf 31,7 %.

Ein Wachstumsklassiker ist indessen der deutsche Medizintechnik-Konzern und Betreiber von Privatkliniken Fresenius SE & Co. KGaA (DE0005785604), dessen größter Anteilseigner mit 26 % die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung ist. Von 2013 bis 2016 konnte auf IFRS-Rechnungslegungsbasis der Gewinn pro Aktie von 1,92 auf 2,85 Euro gesteigert werden und der operative Cash Flow erhöhte sich von 2,34 auf 3,59 Mrd Euro. Im Zeitraum 2007 bis 2016 liegt das Gewinnwachstum pro Aktie bei 13,9 % p.a., weshalb ein für 2019 geschätztes KGV von 18,5 in Ordnung ist.

 

Blick über den Teich
In den USA kommt neben den üblichen fundamentalen Faktoren bei einigen fokussierten Firmen im Bereich Nahrungsmittel und Haushaltswaren Übernahmephantasie hinzu. Nach dem gescheiterten Versuch von Kraft-Heinz, Unilever zu übernehmen, könnten nun andere Firmen als Übernahmeziele ins Spiel kommen. Heiße Kandidaten dafür wären die beiden S&P 500-Dividendenaristokraten und Haushaltsartikel-Hersteller Colgate-Palmolive (US1941621039) und Kimberly-Clark (US4943681035), ebenso wie die  Frühstücksflocken-Anbieter Kellogg (US4878361082) und General Mills (US3703341046) sowie der Hersteller von Suppen und Snacks, Campbell Soup (US1344291091). Letzterer strukturiert um, senkt Kosten und visiert ein langfristiges Gewinnwachstum/Aktie von 5 bis 7 % p.a. an.              

Autor: Michael Kordovsky  (redaktion@boersen-kurier.at)

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