Nordkorea und Venezuela – geopolitische Spannungen belasten

Zunehmende geopolitische Konflikte verunsichern die Anleger. Der Börsen-Kurier zeigt Investments, die – je nach Krisenszenario – über Gewinnpotenzial verfügen.

US-Präsident Donald Trump schürt zuletzt reihenweise geopolitische Konflikte, insbesondere mit Nordkorea und Venezuela. Nordkorea unterstellt den USA, durch ihr jährliches Militärmanöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten und droht Raketen auf den US-Militärstützpunkt Guam zu feuern. Gleichzeitig twittert Trump: „US-Arsenal bereit, sollte Nordkorea Unkluges tun.“ Zwischen China und Nordkorea besteht aber noch ein Beistandsvertrag aus dem Jahre 1961, weshalb China im Falle eines unprovozierten US-Angriffes auf Seiten Nordkoreas militärisch einschreiten würde. Ein Krieg wäre mit zu großen Verlusten für alle Beteiligten verbunden, weshalb dieses Szenario äußerst unwahrscheinlich ist. Vielmehr ist von weiteren gegenseitigen Drohgebärden auszugehen.

In Venezuela hingegen möchten die USA Präsident Nicolas Maduro loswerden. Sie verhängten Sanktionen gegen ihn und weitere Funktionäre. Trump schließt in diesem Konflikt selbst eine militärische Option nicht aus – laut Experten kaum denkbar. Aber härtere Handelssanktionen wären ein mögliches Szenario. Ebenfalls belastet sind die US-Beziehungen zu Russland und dem Iran.

Wenn sich die Krise zuspitzt
Von dieser Drohkulisse profitieren in erster Linie die Gold- und Silberpreise, die binnen eines Monats bereits um je 3,2 bzw. 4 % anzogen. Sollte der Goldpreis den Widerstand bei 1.300 USD/Unze überwinden (18. 8.: 1.284,50 USD), dann wäre der Weg frei bis auf mehr als 1.350 USD. Wer jenseits von Münzen und Barren an der Preisentwicklung von Gold und Silber partizipieren möchte, investiert in die beiden ETCs (Exchange Traded Commodities) ETFS Physical Gold (ISIN: DE000A0N62G0) und ETFS Physical Silver (ISIN: DE000A 0N62F2), die durch zugeteiltes physisches Gold bzw. Silber gedeckt sind, das bei der HSBC Bank verwahrt wird. Mittelfristig mit einer gewissen Hebelwirkung am Goldpreis partizipieren können Anleger mit Goldminenaktien. Diese können kostengünstig über ETFs, wie zum Beispiel den ComStage NYSE Arca Gold BUGS UCITS ETF (ISIN: LU04 88317701), abgedeckt werden. Letzterer orientiert sich am NYSE Arca Gold BUGS Index SM, der Goldminen enthält, die ihre Produktion nicht über einen Zeitraum von mehr als 1,5 Jahren absichern. Unter den Einzelwerten interessant erscheinen Randgold Resources, Barrick Gold, Kinross Gold und Pan American Silver.

Kommt es zur Einschränkung von Öllieferungen durch weitere Sanktionen gegen den Iran oder Venezuela, dann ist mit erneuten Anstiegen des Ölpreises zu rechnen, was den ETFS Energie (ISIN: DE000A 0KRKD4) beflügeln würde. Dieser ETC bildet mittels besicherter Swap-Geschäfte einen Korb von Energie-Futures ab, darunter neben Erdöl auch Erdgas, Heizöl und Bleifreies Benzin. Alternativ kann auch in Öl-Aktien investiert werden. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Futures treten keine Rollverluste auf. Interessante Ölwerte sind Exxon Mobil, Royal Dutch Shell und Total.

Droht hingegen Trump wieder mal häufiger mit Krieg und scheint sich die Lage zuzuspitzen, kann dies Rüstungsaktien beflügeln. Klassiker sind dann Raytheon (Raketen, Torpedos und Marschflugkörper), Lockheed Martin (Kampfflugzeuge) und General Dynamics (U-Boote, Zerstörer und Panzer).

Unabhängig vom Auslöser der „Krise“ ein hohes Maß an Wertbeständigkeit weisen besonders defensive Werte, wie der Nahrungsmittel-Hersteller General Mills, der Haushaltswaren- und Pflegeprodukthersteller Colgate-Palmolive und der weltgrößte Discounter Wal-Mart Stores, auf.

Autor: Michael Kordovsky

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