Aktienempfehlungen: STRABAG, Palfinger, VIG und EVN

Experten glauben, dass das positive Momentum des ATX auch 2018 anhalten wird. Die Performance dürfte allerdings etwas moderater ausfallen.

Wer hätte das gedacht? Auch wenn Experten Ende des – im Übrigen für die Wiener Börse auch schon positiven – Vorjahres für 2017 durchaus mit einer guten Entwicklung des ATX gerechnet haben, so hat die tatsächliche Performance von fast 31 % seit Jahresbeginn (ATX Prime: 30 %) die Erwartungen mehr als übertroffen. „Wir sind von einer positiven, leicht zweistelligen Performance von rund 10 bis 12 % ausgegangen“, meint etwa Friedrich Mostböck, Chefanalyst der Erste Group, im Gespräch mit dem Börsen-Kurier.

Treiber der starken ATX-Entwicklung war für Mostböck die wirtschaftliche Outperformance der CEE-Region. Er erinnert in diesem Zusammengang an die Tatsache, dass drei Viertel der ATX-Werte von Zentral- und Osteuropa profitieren. „Der heimische Leitindex hat also kaum mehr was mit der österreichischen Konjunktur allein zu tun“, bringt es Mostböck auf den Punkt.

Auch Bernd Maurer, Chefanalyst der Raiffeisen Centrobank (RCB), sieht hinter der guten Performance des heimischen Leitindex die starke Konjunkturentwicklung in Osteuropa bzw. das – auf das starke CEE-Exposure zurückzuführende – Gewinnwachstum der ATX-Unternehmen. „Dazu kommen die besser als erwarteten Ergebnisse der Indexschwergewichte, ebenso wie das verbesserte Umfeld für die Finanzindustrie, die vom leicht verbesserten Renditeniveau profitiert und damit – aufgrund der hohen Indexgewichtung der Finanzindustrie – auch der ATX“, sagt er.

Was kann man sich für die weitere Entwicklung des heimischen Leitindex erwarten? Maurer sieht den heimischen Leitindex am Jahresende bei 3.450 Punkten. Die „endogenen“ Faktoren würden weiter auf grün zeigen. Einerseits wurden die Wachstumsraten zuletzt durchwegs nach oben revidiert. Auch erwarte man sich gute Geschäftszahlen für das Sommerquartal. Mostböck glaubt wiederum, dass der ATX bis Ende 2017 um 3 bis 5 % steigen könnte. Nachsatz: „Wir glauben, dass sich der ATX auch 2018 positiv entwickeln wird, allerdings etwas moderater.“

Die größten Risiken für eine weiterhin positive Entwicklung des Wiener Marktplatzes bleiben für Experten nach wie vor geopolitischer Natur. „Aussagen der USA – etwa zu Nordkorea – könnten zu
kurzfristigen Korrekturen führen“, meint Mostböck. In die gleiche Kerbe schlägt auch Maurer. Für Unsicherheit bzw. überraschende Rücksetzer könnten neben einer Zuspitzung der Nordkoreakrise mögliche Vorboten der Italien-Wahlen oder auch die weitere Entwicklung der Katalonien-Krise sorgen.

Aktienempfehlungen
Die aktuelle Bewertung des ATX schätzen die Fachleute als angemessen – bzw. weder als günstig noch teuer – ein. Welche Wiener Aktien haben sie aber im Augenblick auf der Rechnung? Bei der RCB zählt dazu die VIG, die wie die gesamte Finanzindustrie derzeit von der leichten Erholung des Renditeniveaus profitiere. Zudem sollten sich Fusionen unter einzelnen CEE-Tochtergesellschaften auf Gruppenebene in positiven Kostensynergien niederschlagen. Für die EVN spreche wiederum die Aussicht auf weitere Großaufträge im Umweltbereich.

Den Experten der Erste Group gefallen wiederum aktuell Palfinger und STRABAG. „STRABAG ist ein starker CEE-Play und sollte von der positiven Konjunktur in der Bauindustrie nachhaltig profitieren“, so Mostböck. Für den heimischen Kranhersteller sprechen die gute globale Positionierung sowie das starke, pro-aktive Management. „Wir glauben, dass das Gewinnwachstum des Unternehmens stark ausfallen wird“, so der Chefanalyst.

Autor: Mag. Patrick Baldi

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