DAX und Gold als Dauerbrenner

Anouch Wilhelms von der Commerzbank beleuchtet im Gespräch mit dem Börsen-Kurier Trends am Zertifikate-Markt. Einen Run gibt es etwa auf deutsche Technologiewerte.

Bekanntlich kennen die weltweiten Börsen seit rund neun Jahren fast nur eine Richtung: aufwärts. Und anscheinend rechnen die Anleger mit keinem abrupten Abreißen der Hausse, auch die Beliebtheit von Zertifikate-Produkten, die Aktien beinhalten, steigt weiter. Das bestätigt Commerzbank-Experte Anouch Wilhelms gegenüber dem Börsen-Kurier.
„Wenn wir die Nachfrage in unserem Haus betrachten, so steht nach wie vor der DAX an erster Stelle. Gefolgt vom Euro Stoxx 50, an dritter Stelle findet sich Gold. Dann kommen MDAX und TecDAX. Auch US-Indizes stellen seit einigen Monaten ein großes Thema dar. Die Investoren dürften mittelfristig weiter steigende Aktienkurse erwarten“, gibt der Experte einen groben Überblick. Gehen wir ins Detail, so ist die große Nachfrage zu den schwergewichtigen Indizes DAX und Euro Stoxx keine große Überraschung. Als Besonderheit bezeichnet Wilhelms hingegen den „riesigen Run“ auf den TecDax in den vergangenen Wochen, aber immerhin hat der Technologieindex sowohl den DAX als auch die Nasdaq in den vergangenen fünf Jahren outperformt.

Turbo einschalten
Wobei man die verschiedensten Basiswerte mithilfe von Zertifikaten variantenreich spielen kann. Bei Discount-Zertifikaten etwa kauft man mit einem festgelegten Abschlag ein, bei sinkenden Kursen fallen somit weniger Verlust als bei einem 1:1-Investment an. Es sei denn, der Basiswert rutscht unter den Discount, dann entwickelt sich das Zertifikat genauso wie der Basiswert. Der Preis für diesen Puffer ist die Begrenzung des möglichen Kursgewinns nach oben durch einen „Deckel“. Ein Beispiel bietet das „Classic Discount-Zertifikate bezogen auf Euro Stoxx 50“ der Commerzbank (ISIN: DE000CE8 CMS7), der Discount beträgt hier rund 26 %.

Abgesehen von den Aktienmärkten zählt Gold zu den Dauerbrennern der Investmentlandschaft, Wilhelms dazu: „Es handelt sich hier um einen Basiswert, zu dem viele Menschen eine Meinung haben. Zertifikate bieten den Vorteil, in das Edelmetall ohne großen Kapitaleinsatz investieren zu können. Zu beobachten ist, dass viele Gold-Turbos gehandelt werden. Hier können schon kleine Kursbewegungen zu hohen Gewinnen führen.“ Ein passendes Produkt dazu ist das „BEST Turbo-Zertifikate bezogen auf Gold“ (DE000DR19HD2). Ein Beispiel für einen Aktien-Turbo bietet wiederum das „Smart Turbo-Zertifikate bezogen auf TecDAX“ (DE000CD8HAL7).

Börsespiel: Umsatzrekord
Apropos Turbo-Zertifikate: Sie wurden auch bei den Gewinner-Strategien des „Trader2017“ der Commerzbank gerne eingesetzt. Dieses Börsespiel, es endete im Oktober, bietet seit 15 Jahren ein interessantes Trockentraining für Profis sowie Einsteiger. Die Teilnehmer rittern mit virtuellem Spieleinsatz um Sach- und Geldpreise. Der Gesamtsieger kommt in diesem Jahr aus Berlin und ist 65 Jahre alt. Er startete genau wie alle Teilnehmer mit zwei Depots á 100.000 Euro fiktivem Startkapital und setzte seine Depots in der gesamten Spielzeit kein einziges Mal zurück. Zum Schluss lag der Kontostand bei 1,366.295,34 Euro und damit gewinnt Jens-Herbert Dehn einen neuen Jaguar F-PACE in Fuji White.

Aber auch ein Österreicher, Jürgen N. (40) aus Hollabrunn ging nicht leer aus und gewann 2.222 Euro für die beste Perfomance innerhalb einer  Woche. Wilhelms abschießend zum Börsen-Kurier: „In der Geschichte des ‘Traders’ verzeichneten wir heuer die meisten Teilnehmer und die höchsten Umsätze. Gehandelt wurden Aktien und Zertifikate im Gesamtwert von knapp 10 Mrd Euro. Im nächsten Jahr wird unser Bösenspiel wieder starten – die Teilnahme ist kostenlos.“

Autor: Harald Kolerus (redaktion@boersen-kurier.at)

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