„Wir bleiben ein attraktiver Dividendentitel“

Post-Aufsichtsrats-Vorsitzende Edith Hlawati wurde mit dem AREX-Award für „AufsichtsRats-EXzellenz“ in der Kategorie Börsennotierte Unternehmen ausgezeichnet: Edith Hlawati über die Aufsichtsratsarbeit, das Unternehmen und Diversität.

Die Jury hat „ein Aufsichtsrats-Gremium vorgefunden, das sowohl in seiner Zusammensetzung als auch in seiner konkreten Arbeit State-of-the-art-Kriterien erfüllt und selbst Standards setzt“. So lautete die zusammengefasste Begründung der hochkarätigen AREX-Jury (Eva Marchart, Susanne Kalss und Wilfried Stadler). In der ausführlichen Laudatio für den Post-Aufsichtsrat, dem Rechtsanwältin Edith Hlawati vorsteht, wurden gleich mehrere Qualitätskriterien gelobt: Der besondere Fokus auf die kurz-, mittel- und langfristige Strategiearbeit, der sehr gut diversifizierte AR, die 50 %ige Frauenquote, die vorbehaltslose Anwendung des Österreichischen Corporate Governance Kodex (auch ohne Explains), das eigene Fortbildungsprogamm für den Aufsichtsrat.

Strategiearbeit

Im Gespräch mit dem Börsen-Kurier freut sich Hlawati stellvertretend für das gesamte Gremium und den Konzern über den AREX-Award, den Board Search und Brainloop verleihen. Denn die Post sei damit das erste Unternehmen aus dem Beteiligungsportfolio der staatlichen ÖBIB, das diese Auszeichnung bekommen hat. Dass die Strategiearbeit vom Aufsichtsrat „als zentraler Teil seiner Tätigkeit“ ausgeführt werden kann, werde durch das zeitlich getrennte Tagen des Prüfungs- sowie des Paket- & Logistikausschusses ermöglicht, die dann am nächsten Tag zusammengefasst dem Gesamtgremium berichten. Das gebe diesem mehr Zeit, „strategisch sehr in die Tiefe zu gehen“. Auch die eigens eingeführten Fortbildungsveranstaltungen für den Aufsichtsrat mit internen und externen Spezialisten, etwa zu den Themen Kapitalmarkt, Wachstumsmarkt Türkei oder Informationstechnologie, werde von allen Gremiumsmitgliedern sehr gut angenommen. Auch die Arbeitnehmervertreter seien immer vollständig vertreten.

Dividendenstory

In jeder Sitzung gebe es auch einen Berichtsteil von Finanzvorstand Walter Oblin zur Kapitalmarktperspektive. „Wir bleiben ein Dividendentitel. Die attraktive Dividendenpolitik ist Kern unserer Investmentstory“, untermauert die Aufsichtsratsvorsitzende das Faktum, dass die Post seit ihrem Börsegang 2006 zu den attraktivsten Dividendenwerten am Wiener Kapitalmarkt zählt. „Deshalb haben uns die Fonds in ihren Portfolios“, so Hlawati, die stolz darauf ist, dass die Post im Vergleich zu europäischen Peer-Unternehmen „gut da steht“, teilweise „Top-Performer“ sei.

Frauenquote

Zu der mit heuer geltenden gesetzlich verpflichtenden Frauenquote von mindestens 30 % in Aufsichtsräten hat die Vorsitzende eines Gremiums, das diese Quote schon davor übererfüllt hat, eine sehr pragmatische Meinung: Es gebe genug qualifizierte Frauen, die diese Aufgabe ausfüllen können. Im internationalen Trend „geht die Reise Richtung Diversität“. Insofern sei das Gesetz vorhersehbar gewesen und Österreich folge damit nur Gegebenheiten wie etwa in Skandinavien, aber auch in Spanien und Italien. Die Selbstverpflichtung habe sich offenbar nicht durchgesetzt, also habe der heimische Gesetzgeber an ausländische Standards nachgezogen. Wo man aber ansetzen müsse, sei die noch immer geringe Frauenpräsenz in den Vorständen.

Um da den Pool zu vergrößern und den Anteil an weiblichen Führungskräften im Topmanagement zu erhöhen, hat die Post ein spezielles „Mentoringprogramm für Frauen“ im Konzern ins Leben gerufen. 25 ausgewählten weiblichen Nachwuchsführungskräften als Teilnehmerinnen (Mentees) werden externe Topmanagerinnen (Mentorinnen) als „Buddies“ zur Seite gestellt.

Diversität gefragt

Was die Diversität von Aufsichtsratsgremien insgesamt betrifft (also Internationalität, breites Know-how, Erfahrung und eben auch Frauenanteil), so sieht Hlawati, dass Analysten sehr wohl danach fragen und Investoren nicht einsteigen, wenn eine solche Diversität fehlt.

Autor: Manfred Kainz  (redaktion@boersen-kurier.at)

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