Wenig Schmutz – viel Rendite

Anleger, die bei ihren Aktieninvestments auf den CO2-Fußabdruck achten, leisten einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft. Den Renditeaussichten schadet das auch nicht.

Indem man darauf achtet, mit seinen Aktivitäten einen möglichst geringen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen, kann bekanntlich jeder – egal ob Privatperson, Unternehmen, Organisation oder Staat – einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten. Auch beim Investieren ist das möglich – vor allem dank Initiativen wie dem Montréal Carbon Pledge. Das Abkommen wurde 2014 ins Leben gerufen mit dem Ziel, höhere Transparenz bezüglich des CO2-Fußabdrucks von Aktienportfolios zu schaffen, um langfristig auch zu dessen Verringerung beizutragen.

Mehr Regularien

Dass es nicht nur mit Hinblick auf ein „grünes“ Gewissen Sinn macht, den CO2-Fußabdruck im Auge zu behalten, sondern auch den Anlageerfolg alles andere als negativ beeinflusst, steht für die Experten der Erste Asset Management (EAM) außer Frage. „Wenn man Unternehmen derselben Branche vergleicht und andere Kriterien unberücksichtigt lässt, kann man davon ausgehen, dass jenes Unternehmen mit einer geringeren CO2-Intensität ein höheres Renditepotenzial aufweist“, erklärt Walter Hatak, ESG-Analyst bei der EAM gegenüber dem Börsen-Kurier.

Wieso ist das der Fall? Laut Hatak spielen hier zwei Faktoren eine Rolle: Einerseits würden bei einer möglichen künftigen höheren Besteuerung des CO2-Ausstoßes weniger Kosten anfallen, da auch weniger Adaptierungen – sprich Inves­titionen – notwendig wären. Dazu komme, dass diese Information bei einer traditionellen Unternehmensbewertung im Unternehmenswert höchstwahrscheinlich noch nicht eingepreist sei. Eines steht jedenfalls fest: Die Bedeutung des CO2-Ausstoßes von Unternehmen dürfte in Zukunft infolge strengerer Regularien zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens nicht gerade abnehmen.

Die EAM hat Anfang Feber jedenfalls bereits zum dritten Mal den CO2-Fußabdruck ihrer Publikumsfonds veröffentlicht. Dazu hat sie sich als Unterzeichnerin des Montréal Carbon Pledge letztlich auch verpflichtet. Im Übrigen haben auch andere heimische Finanzplayer das Abkommen unterschrieben. Dazu gehören unter anderem die Kepler-Fonds KAG und die VBV Vorsorgekasse.

Das EAM-Ergebnis in aller Kürze:
Die durchschnittliche CO2-Intensität der hauseigenen Aktienfonds konnte im Vergleich zu 2016 von
77,4 auf 61,8 % verringert werden. „Unsere Detailauswertung zeigt, dass dieses Ergebnis vor allem auf die hohe Unternehmensqualität in den CO2-intensivsten Branchen zurückzuführen ist“, so Gerold Permoser, CIO der EAM. Noch geringer ist – wenig überraschend – mit fast 46 % die CO2-Intensität der nachhaltigen EAM-Produktfamilie. Besonders positiv fällt hier der Erste Responsible Stock America mit 38,1 % auf.

Größter CO2-Fußabdruck: Versorger

Wenig überraschend stammen die mit Abstand höchsten Emissionen (im Verhältnis zum Umsatz) auf globaler Ebene von Versorgungsunternehmen, gefolgt vom Baustoffsektor sowie der Energiebranche.

Allerdings legt man bei der EAM Wert auf die Feststellung, dass der niedrige CO2-Fußabdruck ihrer Aktienportfolios weniger aus der Über- oder Untergewichtung einer Branche resultiert, sondern in erster Linie aus der Einzeltitelauswahl. So oder so steht fest: langfristig orientierte Anleger sollten den CO2-Fußabdruck ihrer Aktieninvestments im Auge behalten – und zwar sowohl aus Nachhaltigkeits- als auch aus Renditeüberlegungen.

Autor: Mag. Patrick Baldia (redaktion@boersen-kurier.at)

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