Mehr als Uhren und Pharma

Die Turbulenzen der vergangenen Monate haben auch Schweizer Aktien in Mitleidenschaft gezogen. Kein Grund für Anleger, den Kopf in den Sand zu stecken. Die fundamentalen Aussichten sind intakt.

Minus 7 % zwischen Anfang Feber und Ende März: Die Performance des Swiss Market Index gab in letzter Zeit wenig Anlass zur Freude. Im Vergleich zum Anfang Jänner registrierten Allzeithoch von 9.611 Punkten notierte das wichtigste helvetische Börsenbarometer sogar rund 9 % tiefer. Das erhöhte Inflationspotenzial in den USA und der Anstieg der Anleiherenditen forderten ihren Tribut. Hinzu kam die Furcht vor einem weltweiten Handelskrieg.

Gemessen am Swiss Performance Index (SPI), der im vergangenen Jahr knapp 20 %  zulegte, befindet sich die Schweiz seit August 2011 im zweitlängsten Bullenmarkt der Geschichte. Blickt man 30 Jahre zurück, durften sich Anleger in diesem Zeitraum über eine durchschnittliche Rendite von 11,3 % pro Jahr freuen.

Geht es nach den Experten‚ könnte der Zuwachs künftig etwas niedriger ausfallen. „Der aktuelle Finanzmarktzyklus ist weit fortgeschritten und die Geldpolitik wird auf globaler Basis restriktiver“, meint Anastassios Frangulidis, Chefstratege bei Pictet Asset Management Zürich, gegenüber dem Börsen-Kurier. Dies betreffe auch den defensiven Schweizer Aktienmarkt. Damit ist für Frangulidis das Potenzial nach oben nach der Korrektur der vergangenen Wochen zwar vorhanden, aber zugleich limitiert.

Unterstützend wirken die intakten fundamentalen Aussichten, die Konjunktur und die Unternehmensgewinne entwickeln sich weiterhin positiv. Das World Economic Forum kürt die Schweiz bereits seit einigen Jahren nicht nur als wettbewerbsfähigste, sondern auch als innovativste Wirtschaft der Welt. Panagiotis Spiliopoulos, Leiter des Aktienresearch der Bank Vontobel, sieht daher  nur geringe Risiken für einen Bärenmarkt: „Dafür läuft die Wirtschaft zu gut. Eine Rezession als Voraussetzung für tiefere Kurse zeichnet sich nicht ab.“

Chancen für Anleger

Zu den unterbewerteten Titeln zählen Experten zufolge der Baustoffkonzern Lafarge-Holcim (ISIN: CH0012214059), der vom synchronen Aufschwung der Weltwirtschaft profitieren dürfte. Der Kurs des Luxusgüterhersteller Richemont (CH0210483332 ) wiederum spiegelt den Aufwärtstrend im Geschäft mit Uhren und Schmuck in Asien noch nicht vollständig wider, während dem Zahnimplantate-Spezialisten Straumann (CH00122 80076) der Mix aus guter Konjunktur, guten Produkten und geschickter Vermarktung zugutekommen dürfte.
Anleger, die breit gestreut investieren und ihr Portfolio mit dem SMI erweitern möchten, finden im „SMI Index Tracker-Zertifikat“ (DE0008223512) von Deutsche Bank X-markets ein probates Anlagevehikel. Der Börsenseismograph deckt mit den 20 größten börsennotierten Titeln der Schweiz rund 85 % des eidgenössischen Finanzplatzes ab. Die Gewichtungen der größten Titel Nestlé, Novartis und Roche sind bei 18 % gekappt. Als Preisindex misst der SMI nur die reine Aktienkursentwicklung, Dividendenzahlungen und Bezugsrechte werden nicht eingerechnet.

Das „SPI-Zertifikat“ der Basler Kantonalbank auf den Swiss Performance Index (CH0009987501) wiederum zeichnet die Wertentwicklung des neben dem SMI meistbeachteten Aktienindex der Schweiz nach. Die aktuell 208 Gesellschaften im SPI decken fast alle an der SIX Swiss Exchange gehandelten Beteiligungspapiere von Firmen mit Sitz in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein ab.

Einen anderen Ansatz verfolgt der „Vontobel Swiss Research Basket“ (DE000VL 4JU82). Das Zertifikat bündelt die mit einer Kaufempfehlung versehenen Schweizer Aktien des gleichnamigen Analysehauses. Zum Universum der Analysten zählen 120 Schweizer Gesellschaften aus dem SPI-Index.

Autor: Christian Euler, Zürich

 

 

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