Alles neu macht … der Juni in Amsterdam

Erste ordentliche Hauptversammlung der RHI Magnesita N.V. So kann Hauptversammlung auch gehen: 18 (!) Tagesordnungspunkte und trotzdem in knapp einer Stunde abgehandelt – inklusive Abstimmungen.

Wer heimische Hauptversammlungen kennt bzw. gewöhnt ist, der erlebte beim First Annual General Meeting der -nach der Austro-brasilianischen Fusion - neuen RHI Magnesita N.V. einige Veränderungen bzw. Neuerungen. Das begann mit der Örtlichkeit: Nach dem Wiener Haus der Industrie und dem Austria Center Vienna zu RHI-Zeiten war nun erstmals Amsterdam dran. Der neue Konzern folgt niederländischem Handels- und Gesellschaftsrecht und hat, neben seinem Office in Wien, seinen statutarischen Sitz in Arnheim, Niederlande.

So fand die erste HV im Hilton Amsterdam Airport Schiphol statt. Veränderung zwei: Beginn der HV nicht, wie in unseren Breiten gewohnt, am Vormittag, sondern um 13.30 Uhr. Wohl um die Anreise von Aktionären von weiter her zu ermöglichen. Neuerung drei: Der Beginnzeit entsprechend gab es das Aktionärsbuffet schon vor und nicht nach der HV. Veränderung vier: Die lange Tagesordnung und natürlich die Konversationssprache Englisch. Neue Erfahrung fünf: die schnellen Beschlussfassungen.

Zu Beginn stellte Chairman of the Board Herbert Cordt (davor Aufsichtsratsvorsitzender der RHI) das Podium der executive directors (CEO und CFO) und non-executive directors vor, verlas die rechtlichen Formalismen und erklärte die App, die als „Voting Device“ später für blitzschnelle Abstimmungen sorgen sollte.

Gut im Plan

Im anschließenden Annual Report ging CEO Stefan Borgas auf die „ersten 180 Tage Fokus auf die Konzernintegration“ ein, während der man aber im Business „den Schwung hielt“. Die Fusion brachte eine „strategische Kombination, die Synergien hebt und Effizienzen treibt“. So sollen heuer mindestens 40 Mio Euro an Synergien ausgeschöpft werden, und 2019 schon 70 Mio Euro.

Die hohe Volatilität an den globalen Rohstoffmärkten berge zwar Risiken und Unsicherheit, aber auch „upsides“. In seinem Outlook erwartet Borgas eine „sehr positive“ Geschäftsentwicklung in 2018, finanziell sei man „well on track“. Das Erlöswachstum der Gruppe im 1. Quartal 2018 sei höher als jenes, das für das Gesamtjahr angesetzt ist. Wohin man gehen will, fasste der CEO so zusammen: Ein globaler Feuerfest-Führer zu sein mit einem unverwechselbaren Produkt- und Leistungsangebot basierend auf „fünf Säulen“: weltweite Präsenz (so sei man auch gegen Handelskriege gerüstet), umfassendes Portfolio, Top-Technologielösungen, wettbewerbsfähige Kosten und Top-Mitarbeiter.

Dividende und Votings

Anschließend führte CFO Octavio Lopes die konservative Dividendenpolitik und den Dividendenvorschlag 0,75 Euro je Aktie aus und Celia Baxter, Vorsitzende des Vergütungsausschusses, erklärte die „Remuneration Policy“ des Board inklusive des „Long Term Incentive Plan“: Alles in Compliance mit den holländischen und UK-Vorgaben der Corporate Governance. In der anschließenden „Q & A Session“ wurden keine Fragen gestellt, sodass es gleich an die „Votings“ ging. Via App, die sich die anwesenden Aktionäre vor der HV auf ihre Smartphones uploaden konnten, gingen die Abstimmungen und Auszählungen in Sekundenschnelle. Die 2017er-Zahlen, der Dividendenvorschlag und die Entlastung der directors erhielten 100 % Zustimmung. Die Wiederwahl der executive directors, des Chairman und der non-executice directors (unter anderen Wolfgang Ruttenstorfer und Karl Sevelda, die auch anwesend waren) erfolgte mit jeweils mehr als 99 % Zustimmung. Dasselbe galt für die Wiederwahl des Wirtschaftsprüfers PwC, für die Annahme der neuen „directors’ remuneration policy“, des „remuneration report“, der Regeln des „Long Term Incentive Plan“, sowie für die Authorisierung des Board zu Ausgabe und Rückkauf von Aktien inklusive Beschränkung von Vorkaufsrechten. Nach einer Stunde konnte der Chairman das Annual General Meeting schließen.

Autor: Manfred Kainz  (redaktion@boersen-kurier.at)

Der Börsen-Kurier war als einziges österreichisches Medium auf Einladung der RHI Magnesita beim Annual General Meeting in Amsterdam.

 

 

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