Sprunghafte Belebung

Eine überraschende Wendung hob die Goldnotierung über 1.300.

Andreas Fastl, Commodity Trader. „Monster Move“ nannten einige englische Kommentare die Kursbewegung. Gold war schon unter die Linie von 1.280 USD gerutscht, da sprang es innerhalb eines Tages über die jüngsten Hochs und über die psychologische Marke auf ein Sieben-Monats-Hoch von 1.303 USD.

Die am Freitag veröffentlichten „Jobless Claims“ boten keinen Hinweis auf die Motive der Käufer, denn sie kamen mit 199.000 sogar unter den erwarteten Zahlen (218.000) herein.

Vom Aktiensegment kam kein besorgniserregendes Signal (der S&P500 pendelt zurzeit in einer Konsolidierung zwischen 2.680 und 2.640), und Donald Trump hat im Streit um das Verwaltungsbudget vorübergehend eingelenkt.

Der Brexit geht zwar in seine heißeste Phase, hat aber vermutlich nicht die Kraft alleine den globalen Goldmarkt zu beeinflussen. Die Lage in Venezuela ist „im Fluss“ („fluid“ im Originalton), hat aber ebenso keine weltweite Wirkung.

Diese Woche steht allerdings das erste FED-Meeting 2019 an, und das könnte sehr wohl den Ausschlag für die Edelmetalle gegeben haben: Silber sprang von 15,25 auf 15,75 USD, Platin verbesserte sich mäßig von 788 auf 803 und Palladium befestigte sich von 1.270 auf 1.330.

Dazu passt ganz gut ein zeitgleicher Kursrutsch im US-Dollar. Im Index fiel er am Freitag von 96,40 auf 95,40 was gut zum Ausdruck bringt, dass die Märkte ihre Erwartung einer Zinsanhebung zurückgeschraubt haben.

Diesmal folgt der Entscheidungs-Bekanntgabe die große - bisher nur vierteljährliche - Pressekonferenz, in der das FOMC seine Prognosen und Pläne darlegt. Ab heuer wird es das Frage-Antwort-Spiel nach jeder FED-Sitzung geben, unabhängig vom vierteljährlichen Prognoseteil.

Warum das alles so detailliert?  Man kann gut mitverfolgen, wie ernst die Fed ihre Aufgabe nimmt, die Märkte zu beruhigen (was wahrscheinlich auch bitter nötig ist, wenn man z.B. an Apple denkt), und man kann daraus schließen, dass die jüngst prognostizierten Katastrophen doch nicht so „sicher“ stattfinden werden. Das könnte dazu führen, dass Gold & Co. doch relativ schwach bleiben.

Foto: Fotolia/fox17

 

 

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen