Unterschiedliche Prognosen für das Konjunkturmetall Kupfer

Wie steht („Dr. Copper“) zu kommenden Entwicklungen?

Andreas Fastl, Commodity Trader. Zum Jahreswechsel beschäftigte sich das Analyse-Team der New Yorker COMEX mit kommenden Bedrohungen. Und obwohl der Titel („Dr. Copper“) wieder dessen Indikatoreigenschaft hervorhebt, wird es - erste Überraschung - zumeist als passiv beschrieben.

2016/2017 stieg der Kupferkurs im Konjunkturboom um 72 %. 2018 reagierte er sensibel und fiel um rund 20 %, was man als Vorwarnung verstehen kann.

Beachtenswert ist jedoch die Einschätzung des chinesischen Wachstums, denn - zweite Überraschung - im Unterschied zu vielen, die die offiziell aus Peking gemeldeten 6,5 % als notorisch übertrieben betrachten, schätzt die COMEX das Waschstum real weit höher ein - auf rund 9 %. Sie bezieht sich auf den Li-Keqiang-Index der sich aus Elektrizitätsverbrauch, Bahnfracht und Kreditvolumen zusammensetzt, und - dritte Überraschung - dem Kupferpreis voraus läuft. So betrachtet zeigt Kupfer mit seinen Verlusten 2018 einen deutliche Indikatorfunktion zur Weltkonjunktur, läuft aber seinerseits dem LKI um drei bis fünf Monate hinterher.

Ein Einbruch in Chinas Verbrauch könnte von keinem anderen Wirtschaftsraum abgefangen werden, trotzdem sieht die Analyse das Wachstum ungefährdet, solange Peking eine intelligente Stimulierungs-Politik fährt.

In der westlichen Welt jedoch bedrohen EU-Probleme (Brexit, Italien) Konjunktur und Kupferpreis, trotzdem wird der dominante Faktor im USD-Verlauf jenseits des Atlantiks gesehen.

Im Dezember sorgte sich das Analyse-Team noch, dass die Fed die geplanten Zinsstraffungen zu stur durchziehen könnte, denn das würde dem Buntmetall über die zwei Hebel schaden: A) Höherer USD wegen höheren Zinsen (Kupfer korreliert zumeist wie Gold negativ mit dem USD), und B) ganz direkt über die fallende fundamentale Nachfrage.

Heute wissen wir, dass die FED flexibel agiert, aber was sie mit der Anpassung der Zinsschritte nicht beeinflussen kann, ist ein Anstieg des USD im Fall einer Euro-Katastrophe.

In der aktuellen Einschätzung wird man sich also vor monokausalen Modellen in Acht nehmen müssen.

Foto: pixabay/stux

 

 

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