Asien gibt heuer wieder den Ton an

Das Wirtschaftswachstum bleibt hoch, die Aktien sind günstig bewertet.

Raja Korinek.Wirklich überraschend waren die Nachrichten zu Chinas Wirtschaftswachstum nicht. Schließlich hatten die Märkte ohnedies mit einer weiteren Verlangsamung gerechnet. Allein im 2018 wuchs das BIP nur noch um 6,6 %. Heuer rechnet die Regierung mit einem Plus von 6 bis 6,5 %. Damit das Ziel möglichst erreicht werden kann, hat das Reich der Mitte auch einige Maßnahmen gesetzt, zu denen etwa die Senkung von Steuern sowie der Mindestreserveanforderungen für Banken. Selbst neue Infrastrukturprojekte sollen auf Staatskosten gestartet werden.

Und der anhaltende Handelskrieg mit den USA? Hier gehe es vor allem um den Technologiesektor, meint Arthur Kwong, Fondsmanager des „Parvest Equity Best Selection Asia Ex-Japan“ (ISIN: LU0823397368) von der BNP Paribas AM, im gegenüber dem Börsen-Kurier. Schließlich fordern die USA eine Öffnung des Marktes in China, etwa für US-amerikanische IT-Unternehmen. Stimmt China dem wiederum zu, erklärt Kwong weiters, dann würden chinesische Internetriesen Marktanteile im eigenen Land verlieren.

Kompromiss im Handelskonflikt
Und weil der Parvest-Experte letztendlich mit einem Kompromiss im Handelsstreit rechnet, ist er bearish auf letztere Sektor-Aktien. „Obendrein sind chinesische Internetaktien schon recht teuer bewertet“, fügt Kwong hinzu. Doch zumindest gäbe es dann keine Strafzölle, und davon würden beide Seiten profitieren.

Im Parvest-Fonds macht China mit einem Anteil von fast 30 % regional jedenfalls den größten Anteil aus. Dazu zählen Titel wie etwa Ping An Insurance Group (CNE100 0003X6). Der Versicherer weiß moderne Technologie zu seinen Gunsten geschickt einzusetzen, etwa bei der Auswertung von Kundendaten. Das kommt dem Produktverkauf zugute, da der Konzern seine Kunden gut kennt. Obendrein werden sämtliche Versicherungsprodukte in der Palette abgedeckt.

Indiens Wahlen ohne Auswirkungen
Die zweitgrößte regionale Position machen indische Aktien mit gut 15 % aus. Ob man sich aufgrund der anstehenden Wahlen in Indien sorgen machen sollte? Kwong tut es nicht: „Der jetzige Premierminister Narendra Modi hat sehr grundlegende Reformen umgesetzt. Der Nachfolger braucht sie nur fortzuführen.“ Zudem sei die Bevölkerung im Land sehr jung, die Wirtschaft damit dynamisch. Verständlich, wenn der Parvest-Fondsmanager an Unternehmen Gefallen findet, die Grundlegendes anbieten, etwa ein Bankkonto, oder Konsumgüter.

Und tatsächlich, zu den größten Fondspositionen zählen zum Beispiel die Kotak Mahindra Bank (US50071Q1013) sowie Asian Paints (US04521R1023). Letzteres Unternehmen stellt Farben für den Innen- und den Außenanstrich her.

Weniger Gefallen findet Kwong am Energiesektor, denn erneuerbare Energien spielen eine immer größere Rolle. Allein in China fokussiere sich der Automobilsektor zunehmend auf die E-Mobilität. Immerhin wandert ein großer Teil des weltweiten Ölkonsums in den Transport. Und der wird mit der wachsenden Zahl an elektrisch betriebenen Autos sinken. Kwong glaubt jedenfalls nicht, dass der Ölpreis noch allzu viel weiter ansteigen werde.

Wirtschaftsdaten überzeugen
Doch Asien besteht freilich nicht nur aus China und aus Indien, wenngleich es die größten Regionen sind. Auch insgesamt dürfte IWF-Schätzungen zufolge die Region (ohne Japan) heuer um 6,3 % wachsen. Für die USA liegt die Schätzung bei 2,5 %, für die EU bei 1,6 %.

Damit spricht einiges für ein Investment in der Region - solange man auch potentielle Rückschläge verkraften kann.

Foto: Patrick Foto/Fotolia.com

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