Aktionäre, bitte melden!

Die High-Tech-Schmiede Pankl Racing lud zur ersten HV nach dem Delisting.

Klaus Schweinegger live aus der HV. Es war die erste HV nach dem Delisting im Vorjahr. Und auch im Jahr eins nach einer 20-jährigen Börsengeschichte konnte der wie gewohnt im klassischen Leobner-Anzug auftretende Vorstand 16 Aktionäre begrüßen. Derweilen sollten es wesentlich mehr sein, denn neben einem alljährlich launisch-unterhaltsamen Aktionärstreffen lockte diesmal auch eine Werksbesichtigung im neuen (für KTM produzierenden) Getriebewerk samt Präsentation von hochmodernen 3-D-Druckern.

Verzicht auf Dividende
Da sich viele Privat-Aktionäre seit dem Börse-Rückzug im Mai 2018 noch nicht in das Aktienbuch des Konzerns eintragen haben lassen (von zuletzt rund 25.500 Aktien im Streubesitz haben sich die Besitzer von knapp 22.000, das sind 0,7 % vom Grundkapital, noch nicht gemeldet, Anm.), verzichten diese darüber hinaus auch auf die Dividende von heuer abermals 0,60 Euro - die Meldefrist endet dafür allerdings erst in einem Jahr.

Ein Hoch auf den Standort
Abseits der durchwachsenen Ergebnisse (einem Rekordkonzernumsatz von 217 Mio Euro steht ein Minus beim EBIT von 13 % auf 10,3 Mio Euro bzw. aufgrund positiver Steuereffekte in der Slowakei ein Nettoergebnis von 8 Mio Euro gegenüber) waren diesmal natürlich das Delisting und auch die Investitionen in Kapfenberg ein Thema. Aufsichtsrat-Chef Stefan Pierer zum Abgang von der Börse: „Es war ein erfolgreiches Kapitel, das aber jetzt zu Ende ist!“

Schade, denn immerhin ermöglichte der IPO im Jahr 1998 samt darauf folgender Kapitalerhöhungen die Entwicklung von einer Firma mit damals 15 Mio Euro Umsatz und 94 Mitarbeitern hin zu einem Konzern mit heute 216 Mio Euro Umsatz und einer Belegschaft von 1.800 Kollegen. Dass mehr als 1.000 davon in Österreich tätig sind, dafür macht Pierer, der einen Squeeze-out aber ausschließt, auch die Standortpolitik der „roten“ Gemeinde Kapfenberg verantwortlich. Diese ist für ihn vorbildhaft für ganz Österreich. So ruft der Bürgermeister der Stadt laut dem Industriellen zumindest einmal im Monat bei ihm an, ob alles passt.

Naheliegend, dass nach der Großinvestition in das bereits genannte „High Performance Antriebswerk“ und das „Pankl Additive Manufacturing Competence Center“ auch ein neues Aerospacewerk demnächst vor Ort entstehen soll. Nachsatz: Nur hier-zulande bekommt Pankl die dafür gut ausgebildeten Facharbeiter.

Foto: Börsen-Kurier

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