Warum Gold in neuem Glanz erstrahlt

Für einen weiteren Anstieg sprechen gute Gründe. Dazu gibt es verschiedene Investmentchancen.

Raja Korinek. Nach der langen Seitwärtsbewegung knackte der Goldpreis erstmals wieder die Marke von 1.400 USD. Und das lässt Anleger hellhörig werden, zumal die Notierung auch auf Euro-Basis zulegen konnte. Schließlich sprechen gleich zwei gute Gründe für einen weiteren Anstieg. Einer davon ist der radikale Zinsschwenk der US-Notenbank. Von weiteren Anhebungen ist längst keine Rede mehr. Inzwi-schen rechnen Marktexperten mit ersten Senkungen, wenn auch FED-Chef Jerome Powell in der Juni-Sitzung noch gezögert hat.

Erste Zinssenkung im September?
Daniel Briesemann, Analyst für Edel- und Industriemetalle bei der Commerzbank, meint: „Die Fed hat eindeutige Signale für eine baldige Zinssenkung gegeben.“ Vor dem Hintergrund des langsameren Wirtschaftswachstums, den Handelskonflikten und der niedrigen Inflation erwarte man bei der Commerzbank die erste Senkung im September. „Gold sollte als wertstabile Anlage angesichts der sehr lockeren Geldpolitik der Zentralbanken gut nachgefragt bleiben“, ist Briesemann überzeugt.

Dabei sind die Renditen von US-Staatsanleihen schon aufgrund der erwarteten Zinssenkungen rückläufig, während der US-Dollar nachgab. Damit rückt ein zinsloses Goldinvestment wieder in den Fokus jener Anleger, die in sichere Alternativen zu Staatsanleihen investieren wollen. Ein günstiger US-Dollar versüßt obendrein den Einstieg für internationale Investoren, da Gold in der US-amerikanischen Währung gehandelt wird.

Geoploitische Gefahr: Spannungen mit dem Iran
Doch das ist nicht alles, denn auch die geopolitischen Spannungen nehmen zu. Nebst dem schwelenden US-Handelskrieg mit China kriselt es mit dem Iran. Nitesh Shah, Rohstoffanalyst bei WisdomTree betont, dem Iran zugeordnete Angriffe auf Ölschiffe, sowie der Abschuss einer US-Drohne verdeutlichten das Potenzial einer militärischen Eskalation. „Gold dient Investoren in Zeiten geopolitischer Spannungen tendenziell als Anlaufstelle“, spannt Nitesh den Bogen zum Edelmetall.

Für interessierte Anleger gibt es verschiedene Chancen, etwa mit Zertifikate auf die Kursentwicklung zu setzen. Sehr optimistische Anleger können mit einem Turbo-Longzertifikat gehebelt auf einen Anstieg setzen. Goldman Sachs bietet ein entsprechendes Produkt (ISIN: DE000GD36D95) mit einem aktuellen Hebel von 2,45 an. Wird aber die Knock-Out-Schwelle von 834,89 USD berührt oder unterschritten, verfällt das Zertifikat.

Etwas weniger riskant ist das RCB-Goldzertifikat (AT0000A27 FQ3). Es bildet den Goldkurs ohne Hebel ab - und sichert den Dollar gegenüber dem Euro ab. Freilich, die Absicherungskosten schmälern die Rendite ein wenig. Anleger, die bestenfalls mit einem bescheidenen Kurszuwachs rechnen, könnten ein Discount-Zertifikat in Betracht ziehen. Mit diesem Produkt kauft man sich günstiger in den Basiswert - in dem Fall Gold - ein, als dieser an der Börse kostet. Dafür profitiert man von möglichen Kursgewinnen des Basiswertes begrenzt, bis zu einem fixen Cap.

Puffer nach unten minimiert das Risiko
Nach unten hat man außerdem einen Verlustpuffer, und zwar in Höhe des Diskonts, zu dem man den Basiswert günstiger erworben hat. Erst wenn bei kräftigen Kursverlusten der Puffer aufgebraucht ist, somit der Break-Even-Punkt unterschritten wird, erleidet man mit dem Zertifikat einen Verlust. Ein entsprechendes Produkt bietet etwa die Société Générale (DE000 ST85GE7). Der Cap liegt bei 1.425 USD, der Break-Even-Punkt bei 1.351,22 USD. Und der letzte Handelstag ist am 19.12.2019.

Foto: Adobe Stock / Subbotina Anna

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen