“Finanzbildung in die Schulen”

Bildungsoffensive in der Steiermark: Mehr als 3.600 Jugendliche erreicht.

Rudolf Preyer. Laut der OECD geht es bei Finanzwissen vor allem darum, pekuniäre Probleme zu lösen. Die „Initiative für Finanzbildung“ darf hierzulande als Vorbild gelten. Bereits mehr als 3.600 Jugendliche wurden mit den Finanzbildungs-Workshops der steirischen Finanzdienstleister erreicht, nun wird das Angebot erweitert: Über die WIFI-Lehrlingsakademie werden jetzt auch Lehrlinge und Jugendvereine mit Finanzwissen aus der Praxis unterstützt. Darüber hinaus hat man langfristige Kooperationen gestartet, erläutert Hannes Dolzer, österreichweiter Fachverbands- und steirischer Fachgruppenobmann der Finanzdienstleister, im Gespräch mit dem Börsen-Kurier.

Ganz wichtig ist ihm, „auf die jeweilige Lebenswelt der Jugendlichen einzugehen und Wissen für die Praxis zu vermitteln.“ Weiterführende Informationen finden sich auch unter www.finanzbildung-stmk.at.

Börsen-Kurier: Was propagiert Ihre „Initiative für Finanzbildung“?

Hannes Dolzer: Um fundierte Entscheidungen im Bereich seiner Finanzen treffen zu können, braucht es eine solide Basisbildung. Wir nehmen uns daher dieses gesellschaftlich immens wichtigen Themas an, zeigen Verantwortung und geben unser Know-how weiter: kostenlos und unabhängig. Wir haben seit Start der Initiative im Frühjahr 2018 bereits mehr als 3.600 Schüler erreicht.

Börsen-Kurier: Wie gestaltet sich einer Ihrer Finanzbildungs-Workshops?

Dolzer: Wir passen den Inhalt an den individuellen Bedarf an, den wir mit den Lehrern bzw. Lehrlingsbetreuern abstimmen. Das Themenspektrum reicht dabei von Basiswissen über Geldangelegenheiten im privaten Haushalt und Ansparprodukte bzw. Wertpapiere bis hin zu alternativen Investments und Immobilien. Je nach Thema halten wir die Workshops
gemeinsam mit Experten vom Bundesministerium für Finanzen oder vom
Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) ab.

Börsen-Kurier: Und welche Bereiche interessieren Jugendliche besonders?

Dolzer: Das ist von Workshop zu Workshop unterschiedlich. Meist sind es aber die Themen, zu denen sie einen direkten Bezug haben. Die Kosten eines Handyvertrags oder die „versteckten Kosten“ eines „Gratis-Handys“ stoßen immer wieder auf großes Interesse. Auch zu Trend-Themen wie Bitcoins haben Jugendliche viele Fragen.

Börsen-Kurier: Sie erweitern Ihr Angebot laufend?

Dolzer: Ja, wir haben nunmehr auch eine Kooperation mit der WIFI-Lehrlingsakademie gestartet, über die Unternehmen ihren Lehrlingen eine Zusatzausbildung anbieten können. Und auch an Jugendvereine - unter anderem für Migrantenvereine - geben wir gerne unser Know-how weiter.

Börsen-Kurier: Darüber hinaus haben sich auch langfristige Kooperationen mit der HAK Eisenerz und mit TCM International ergeben?

Dolzer: Wir haben unser Angebot auf der HAK-Direktorenkonferenz vorgestellt und die HAK Eisenerz hat großes Interesse gezeigt. Dort finden die Finanzbildungs-Workshops in Form von Projekttagen statt, das heißt die Klassen beschäftigen sich einen ganzen Tag lang mit der Welt der Finanzen. Und die Firma TCM International bietet für ihre Lehrlinge Zusatzausbildungen im Rahmen der WIFI-Lehrlingsakademie an.

Börsen-Kurier: Wenn Sie sich eine ideal finanzgebildete Jugend in der Zukunft vorstellen: Was müsste diesbezüglich noch alles geschehen?

Dolzer: Wichtig wäre es, Finanzbildung in den Schulen im regulären Unterricht zu etablieren: Ein bis zwei Jahre ab der 5. Schulstufe mit einer Einheit pro Woche könnten da schon genügen.

Foto: Fotolia-eugenepartyzan

 

 

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