Nachhaltiger Wandel bei Österreichs Exporten

Auch die heimische Kontrollbank will ihren Beitrag zur Erreichung der EU-Klimaziele leisten.

Raja Korinek. Die weltweite grüne Welle gewinnt zunehmend an Fahrt. Hierzulande wurde im Feber etwa die „Green Finance Agenda“ ins Leben gerufen. Dabei soll bis Jahresende eine Fokusgruppe Maßnahmen erarbeiten, wie der heimische Finanzmarkt einen Beitrag zur Erreichung der EU-Klima- und Energieziele leisten kann. Die Liste der Mitwirkenden umfasst unter anderem die Oesterreichische Nationalbank, heimische Vorsorge- und Pensionskassen sowie die Wiener Börse. Auch die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) ist dabei.

Grüner Export für den Klimaschutz
Schon jetzt hat die OeKB erste Nachhaltigkeitsschritte im Rahmen der „Green Finance Agenda“ gesetzt. Anfang Juni wurde die „Exportinvest Green“ - zusätzlich zum etablierten Finanzierungsprodukt „Exportinvest“ - ins Leben gerufen. Denn beim Klimaschutz sollte man nicht länger warten, betont OeKB-Vorstandsmitglied Angelika Sommer-Hemetsberger im Gespräch mit dem Börsen-Kurier.

Dabei werden bei der „Exportinvest“ Investitionen von heimischen Exporteuren am Standort Österreich gefördert. Finanziert werden die Investitionen von der Hausbank, sie refinanziert sich wiederum günstig bei der OeKB, erklärt Sommer-Hemetsberger. Zudem übernimmt die OeKB als Beauftragte der Republik Österreich die Haftung, womit der Hausbank ein Teil des Kreditrisikos abgenommen wird.

Allerdings verweist Sommer-Hemetsberger auf die klaren Anforderungen. Ein Unternehmen muss eine Exportquote von wenigstens 20 % haben, die Investition müssen zumindest 2 MioE betragen. Möchte ein Unternehmen - z.B. mit einer Exportquote von 80 % - genau diese Summe investieren, würde die OeKB 1,6 MioE davon übernehmen (denn die Finanzierung richtet sich nach der Exportquote). Und wie kommt die Nachhaltigkeit ins Spiel? Wenn diese Investitionen oben-drein für nachhaltige Projekte eingesetzt werden, etwa zur Abfallvermeidung, finanziert die OeKB im Rahmen der „Exportinvest Green“ weitere 20 % der Investitionssumme.

Kapitalmarkt wird nachhaltig angezapft
Damit ist aber noch nicht Schluss. Seit Anfang Oktober spielt auch der Kapitalmarkt eine wichtige Rolle in der Nachhaltigkeitsoffensive. Anfang Oktober emittierte die OeKB einen „Sustainability Bond“ mit einem Kupon von 0 % und einem Volumen von 500 MioE. Denn auch bei der Mittelaufnahme steht die Nachhaltigkeit stärker im Fokus, ebenfalls mit klaren Spielregeln bei der Mittelverwendung. Bei dieser Anleihe wandern zum Beispiel 70 % der Erlöse in Sozialprojekte, etwa zum Bau eines Spitals und Krisenzentrums in Trinidad und Tobago.

Der Rest wird für Umweltprojekte, wie dem Aufbau von Solarparks in Ägypten oder der Trinkwasserversorgung in der Mongolei, verwendet. Und knapp die Hälfte der Erlöse wird in Europa eingesetzt - unter anderem zur Finanzierung von Projekten im Rahmen der „Exportinvest Green“.

Gefüllte Pipeline
Weitere Emissionen sollen freilich folgen. Wie oft diese erfolgen werden, hänge davon ab, wie rasch sich neue Projekte ergeben, heißt es. Für Sommer-Hemetsberger steht jedenfalls fest: „Die Emissionen sehen wir als Teil einer gesellschaftlichen Verantwortung“. Auch die Anleger sehen das sichtlich so, der Bond war nämlich mehr als dreifach überzeichnet. Schließlich würden immer mehr Großanleger, wie etwa Pensions- und Vorsorgekassen, ihre Gelder nachhaltig veranlagen, betont die OeKB-Expertin. An der Nachfrage dürfte es damit auch künftig nicht mangeln.

Foto: Adobe Stock / i-picture

 

 

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen