Startbereit: Das Auto der Zukunft

Technische Neuerungen wie autonomes Fahren bergen spannende Investmentchancen.

Harald Kolerus. Fahrassistenzsysteme erleichtern uns das Einparken, die Scheibenwischer-Automatik sorgt für zusätzlichen Komfort, Antiblockiersysteme bringen noch mehr Sicherheit und werden durch Kollisionswarnschutz immer weiter verfeinert. Solche technischen Errungenschaften sind schon lange keine Science-Fiction mehr, sondern zählen in vielen modernen Pkw und Bussen bereits zum Standard. Aber das ist natürlich erst der Beginn umwälzender Entwicklungen der Mobilität. Diese betreffen etwa den starken Trend zu Elektro-Fahrzeugen und natürlich selbstfahrende Automobile, an denen eifrig gebastelt wird. 

Auf Zulieferer setzen

Und die Zukunft hat sozusagen heute schon begonnen: So haben Wissenschaftler des DLR-Instituts für Verkehrsforschung prognostiziert, dass der Anteil autonomer Fahrzeuge in Deutschland im Jahr 2035 bereits 42 % betragen soll. Gleichgültig ob der Zeitplan in diesem Umfang hält oder nicht, es kristallisiert sich heraus, dass selbstfahrende Autos kaum noch zu stoppen sind. Mit durchaus disruptiven Folgen für die Autoindustrie, die unsere bekannten Benziner und Dieselfahrzeuge ziemlich alt aussehen lassen. Wie können sich nun Anleger auf die neuen Zeiten vorbereiten und sogar daran teilhaben?

Eine charmante Idee hat man in diesem Zusammenhang bei der Deutschen Bank gefunden und das „Solactive Auto der Zukunft Index-Zertifikat“ (ISIN: DE000DS8AUT5) lanciert. Der zugrundeliegende Index bildet die Wertentwicklung von Unternehmen ab, die auf die Entwicklung von automatisierten Fahrerassistenzsystemen und die „Elektrifizierung von Fahrzeugen“ fokussiert sind. Christian-Hendrik Knappe, er ist  Produktexperte X-markets, Deutsche Bank AG, erklärt im Gespräch mit dem Börsen-Kurier die Hintergründe: „Es ist ein Trend zu erkennen, dass sich Investoren von den klassischen, großen Autoproduzenten wegbewegen. Nicht zuletzt deswegen, weil diese durch die Umwälzungen im Sektor in Schwierigkeiten geraten könnten, bzw. zum Teil schon geraten sind. Beispielhaft ist hier die entwicklungs- und damit kostenintensive Umstellung der Fahrzeuge auf Elektroantriebe zu nennen. Alternativ bieten sich Veranlagungen in Komponenten-Hersteller an, ohne die die technischen Neuerungen kaum machbar wären. Genau auf diese Unternehmen zielt das Konzept der Solactive AG, die den Index entwickelt hat, ab.“   

Breite Streuung

Im Index konzentrieren sich nun aktuell 27 Titel aus unterschiedlichen Ländern, darunter unter anderem Zulieferer, Halbleiter- und Komponentenhersteller sowie Anbieter von Funk- und Sicherheitssystemen. Man findet darunter in unseren Breiten eher unbekannte Firmen wie American Tower oder Tomtom International aber auch sehr klingende Namen wie Infineon, Texas Instruments, Intel oder Continental.

Apropos Continental: Das Unternehmen musste vor kurzem mitteilen, dass es in die roten Zahlen gerutscht ist und kündigte Massenkündigungen an. Der Konzern will mit einem Spar-und Restrukturierungsprogramm den „Wagen wieder flott machen“ und geht auch neue, durchaus interessante Wege. Knappe: „Es ist kaum bekannt, dass Continental nicht nur ein bedeutender Reifenhersteller ist, sondern z. B. auch Branchenführer bei Videosystemen im Automobilbereich. Ein gutes Beispiel dafür, wie klassische Unternehmen auf die Umbrüche im Sektor reagieren

Foto: Continental

 

 

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