Asiens Gesundheitsbranche

Chinas wachsender Markt lockt mit Anlagechancen abseits des Coronavirus.

Raja Korinek. Spätestens seit dem Ausbruch des Coronavirus rückt Chinas Gesundheitssystem einmal mehr in den Fokus. Wie weit sich die Kreise ziehen werden, bleibt freilich abzuwarten, meint Cyrill Zimmermann, Leiter Healthcare Funds & Mandate bei der Bellevue Asset Management. Doch schon zuvor haben sich zahlreiche Gesundheitstrends in China abgezeichnet, die nicht unterschätzt werden sollten, fügt Oliver Kubli, leitender Portfoliomanager des „BB Adamant Asia Pacific Healthcare Fonds“ (ISIN: LU1587985570), im Gespräch mit dem Börsen-Kurier hinzu.

Immer mehr Diabeteserkrankte

Vor allem die Ausbreitung von Diabetes steht im Fokus. Inzwischen sind fast 10 % der zwischen 20- und 79-Jährigen betroffen. Der Grund? Auch im Reich der Mitte verändern sich die Ernährungsgewohnheiten hin zu fetthaltigerer Nahrung. Obendrein bewegten sich die Menschen immer weniger, eine durchaus „giftige“ Kombination, die in anderen Teilen Asiens ebenso zunehme, halten die Bellevue-Experten fest. Und nicht nur. Auch andere Krankheiten, etwa im Bereich des Herzkreislaufs, würden zunehmen.

Umso mehr arbeiten immer mehr Konzerne aus der Region an Lösungen, erklärt Kubli. Rückenwind gibt es reichlich. Allein in China machen die Gesundheitsausgaben erst 600 MrdUSD oder 5 % des BIP aus. In den kommenden 20 Jahren dürfte dieser Prozentsatz auf gut 10 % steigen. „Zudem werden neue Medikamente schneller zugelassen, und Rückvergütungen erfolgen rascher“, sagt Kubli. Verständlich, dass bis 2023 neu patentierte Medikamente voraussichtlich gut 65 % des Gesamtmarktes, der auch Generika umfasst, ausmachen dürften. 

Neue Krebsmittel aus China

Doch wo sehen die Bellevue-Experten konkrete Chancen? Kubli verweist als Beispiel auf Beigene (US07725L1026). Das chinesische Biotechunternehmen entwickelt erfolgreich Krebsmedikamente. Erst vergangenen November schnappte sich die US-Biotechfirma Amgen (US0311621009) 20 % an Beigene, die nun einen Teil von Amgens Krebsmedikamenten in China vertreiben wird. Zudem möchte Amgen mit Beigene 20 neue Krebsmedikamente in China, aber auch in anderen Ländern entwickeln.

Doch es gibt auch noch andere rasant wachsende Bereiche, etwa jener der künstlichen Befruchtung. Hier mischt Jinxin Fertility Group (KYG5140J1013) mit, und das durchaus mit Erfolg. Ein weiteres wachsendes Thema ist aber auch die Telemedizin, bei der ärztlicher Rat online eingeholt wird. Solchen bietet etwa Ping An Healthcare (KYG711391022) an. „Pro Tag werden die Ärzte rund 700 Mal konsultiert“, sagt Kubli.

Foto: Adobe Stock / imtmphoto

 

 

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