Öl und Gold interessant

Die ungelöste Situation rund um Israel und Palästina wird die Märkte noch lange beschäftigen.

Harald Kolerus. Donald Trump hat zuletzt in gewohntem Stolz einen „Jahrhundertplan“ zur Lösung des Nahost-Konflikts präsentiert. Wie glaubwürdig das erscheint, nachdem der US-Präsident noch Anfang des Jahres den iranischen General und Volkshelden Qasem Soleimani per gezieltem Drohnenangriff „ausschalten“ ließ, sei dahingestellt. “

„Mülleimer der Geschichte“

Klar ist, dass die Friedensinitiative nicht die gesamte Krisenregion umfasst, sondern den Fokus auf Israel und Palästina legt. Die letztgenannte Seite wurde aber gar nicht in die Verhandlungen miteinbezogen, was für böses Blut gesorgt hat. Eindeutig war die erste Reaktion von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas: „Trumps Plan wird im Mülleimer der Geschichte enden.“ Aber auch objektive Beobachter stehen Trumps Vorstoß skeptisch gegenüber und geben ihm eher geringe Chancen zur Verwirklichung. Das Design ziele zu sehr auf die Interessen Israels. Abgesehen davon bleibt der offene Konflikt zwischen den USA und Iran ohnedies bestehen, eine Eskalation scheint hier nicht ausgeschlossen. (ð Analyse von Nouriel Roubini im Börsen-Kurier vom 23.1.)

Spannend: Öl und Gold

Zwar haben sich die Märkte nach dem „Soleimani-Schock“ wieder beruhigt, aber das muss nicht so bleiben. Auch Heiko Geiger, Experte für strukturierte Produkte bei Vontobel, weiß natürlich, dass niemand die weiteren Entwicklungen in Iran bzw. im Nahen Osten vorhersehen kann. Im Gespräch mit dem Börsen-Kurier machte er sich allerdings Gedanken darüber, wie sich Zertifikate-Anleger angesichts der angespannten Situation verhalten könnten: „Es sind vor allem zwei ‚Kandidaten‘, die einem auf den ersten Blick fast unweigerlich in den Sinn kommen: Gold und Erdöl. Es handelt sich hierbei sozusagen um Fieberthermometer, die auf Krisen sensibel reagieren.“

Ob man nun investieren will, hängt von der persönlichen Erwartungshaltung ab: Wer mit einer Zuspitzung oder gar Eskalation des Konflikts rechnet, kann Öl oder Gold als Proxi verwenden. Geiger teilt hier somit im Wesentlichen wieder zwei Gruppen ein: „Wer in einen sicheren Hafen einlaufen möchte, wird auf Gold setzen, etwa mit Hilfe von Minis oder Turbos. Investoren, die mit einem starken Anstieg des Erdöls rechnen, können hier z. B. zu Faktor-Zertifikaten oder wiederum Mini Futures auf diesen Rohstoff greifen.

Geiger hat bei Erdöl starke Umsätze von Hebelprodukten beobachtet: „Hier steht im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt logischerweise der kurzfristigere Bereich im Mittelpunkt und nicht Zertifikate mit mehrjähriger Laufzeit.“


Investmentmöglichkeiten

Anleger die nun von gleichbleibenden oder leicht steigenden Goldpreisen ausgehen, könnten einen Blick auf das „Discount-Zertifikat auf Gold (Troy Ounce)“ von Vontobel werfen (ISIN: DE000VE5UDG6). Der Investor erhält hier den Höchstbetrag ausbezahlt, sofern am Bewertungstag der Preis einer Feinunze Gold auf oder über dem Cap liegt. Der Emittent wird einen Barausgleich zahlen, sofern am Bewertungstag der Preis einer Feinunze Gold unter dem Cap liegt. Diese Rückzahlung käme dann einem Verlust gleich.

Eine transparente und kosteneffiziente Weise auf einen kurzfristig steigenden Ölpreis zu setzen, bietet wiederum ein Turbo-Optionsschein ohne Laufzeitbegrenzung. Bei einem Produkt mit Knock-out-Level von 47,23 USD (DE000VN98L73) partizipieren Anleger mit einem Hebel von 5 an steigenden aber auch fallenden Notierungen des Preises von Brent Crude Oil.

Fazit

Aufregende Anlagemöglichkeiten sind also vorhanden, dass sich die Lage bei „Kriseninvestments” schnell ändern kann, muss aber jedem bewusst sein.


Foto: Adobe Stock / Jonathan Stutz

 

 

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