So schließen Sie Ihre Pensionslücke

Mit Sparplänen oder Fondspolizzen sind langfristig attraktive Erträge möglich.

Manfred Kainz. „45 Jahre müssen genug sein! Wer so lange arbeitet, verdient keine Abschläge bei der Pension!“ Ein emotionales Thema, das sich trefflich ideologisch diskutieren lässt.

Was da gerne vergessen wird: Die Österreicher lassen ganz wo anders viel mehr Pensionsgeld liegen: Voriges Jahr erreichte das gesamte österreichische private Geldvermögen 705 Mrd Euro. Davon waren fast 160 Mrd Euro auf täglich fälligen Konten geparkt. Dazu kommen noch sonstige Einlagen von 100 Mrd Euro, 29 Mrd Euro in Anleihen und 24 Mrd Euro in Bargeld.

Dass diese Geldanlageformen (zumindest für Neuveranlagungen) keine nennenswerten Zinsen abwerfen, hat sich hoffentlich schon herumgesprochen. Daher sind immerhin 86 Mrd Euro in Lebensversicherungen veranlagt - wobei die ebenfalls zu einem hohen Anteil in Anleihen investiert sind. Ähnliches gilt für kapitalgedeckte Pensionsansprüche, und auch bei den 63 Mrd Euro in Fondsanlagen haben Mischfonds mit einem überwiegenden Anleiheanteil die dominierende Stellung.

Dem gegenüber stehen nur gut 26 Mrd Euro Privatvermögen, die rein in Aktien angelegt sind. Folge: Wir Österreicher sind durch unsere stark zinsorientierte Veranlagungsgewohnheit stärker von der Niedrigzinslandschaft betroffen als vergleichbare Staaten. Österreich ist bei den durchschnittlich erzielten Renditen auf den privaten Kapitalstock mit Abstand letzter aller untersuchten Staaten, zitierte Martin Kwauka vom Finanzjournalistenforum bei der Podiumsdiskussion „Altersvorsorge - Vorsorgelücke?!“ aus internationalen Studien.

Daher trat bei der Diskussion in der Wirtschaftskammer Wien Helmut Mojescick, Obmann der Fachgruppe Wien der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten, für mehr langfristiges Aktieninvestment ein: Vor längerer Zeit habe man Affen Dartpfeile auf Scheiben mit Aktientiteln werfen lassen - heute seien selbst diese Aktien alle im Plus. Je jünger man mit Aktien beginne, desto besser; also etwa mit 30 Jahren, und dann „zum 45. Geburtstag wieder hineinschauen und gegebenenfalls umschichten“.

„Wir müssen ein Lanze für Aktien brechen“, schlägt Eric Samuiloff, Obmann der Wiener Fachgruppe Finanzdienstleister, in dieselbe Kerbe: „Wenn ich langfristig rentabel investieren will, geht es nicht ohne Aktien, bedingt aber einen langen Anlagehorizont.“

Diese Ansichten werden von den Daten zu historischen Renditen von Aktien-Sparplänen untermauert. Bei einer Laufzeit von 35 Jahren waren durchschnittliche Renditen von 6,6 % jährlich (Welt-Aktien-Mix) bzw. 7,1 % (US-Aktien) drin.

Ein Beispiel dazu: Wer seit 35 Jahren monatlich 100 Euro in einen Sparplan für einen globalen Aktienfonds investierte, also mit einer Einzahlungssumme von insgesamt 42.000 Euro, dessen Depotwert bewegt sich heute in einer Durchschnittsgrößenordnung um die 157.000 Euro. Was für fondsgebundene Lebensversicherungen spricht: Da werden nur am Anfang 4 % Versicherungssteuer abgezogen, die späteren Erträge sind steuerfrei.

Dagegen werden auf Erträge und Wertzuwächse von reinen Fonds 27,5 % KESt p.a. fällig. Heißt: Je länger die Laufzeit und je höher die Erträge der Fonds, desto besser steht steuerlich die Fondspolizze da.

Fazit
Mit Investments in Aktien - ob mit Fondssparplänen oder Fondspolizzen - sind langfristig attraktive Erträge möglich.

Foto: Adobe Stock / alotofpeople

 

 

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