Das Comeback der Kryptowährungen

Anstatt selber zu „schürfen“, bieten Zertifikate die Möglichkeit, sich an der Preisentwicklung von Kryptowährungen zu beteiligen.

Raja Korinek. Während die globalen Börsen zunehmend in den Sog des Coronavirus geraten sind, halten sich andere Anlageklassen bislang durchaus wacker. Dazu zählt etwa die Welt der Kryptowährungen. Allein Bitcoin schaffte nach dem bitteren Rücksetzer Ende 2018, bei dem der Kurs auf rund 3.400 USD abstürzte, dann doch die Wende. Und knackte im Sommer 2019 die Marke von 12.000 USD.

Auch der darauffolgende Rücksetzer im vergangenen Herbst ist fast wieder zur Gänze überwunden, wobei Experten das kräftige Comeback der wohl bekanntesten Kryptowährung vor allem auf ein Ereignis zurückführen.

Halbierung steht an

Denn Anfang Mai steht ein weiteres sogenanntes „Halving“ an. Bei diesem Vorgang wird die Menge der neu erzeugten Bitcoins - die dezentral im Computernetz geschöpft werden - halbiert, um auf diese Weise eine Inflation zu verhindern. Vorgenommen wird ein Halving alle vier Jahre, wobei die maximale Anzahl an Bitcoins ohnedies auf rund 21 Mio begrenzt ist. Und das könnte bald erreicht sein, denn im Jänner 2020 waren laut Statista knapp mehr als 18 Mio Bitcoins geschaffen.

Beim US-Vermögensverwalter WisdomTree sieht Jason Guthrie, Leiter Kapitalmärkte, aber auch langfristig gute Gründe, die seiner Meinung nach für Kryptowährungen sprechen. Guthrie ortet einen Mangel an Vertrauen in das der-zeitige Finanzsystem und damit eine erwachsende Forderung nach einem robusteren Währungssystem. „Das macht Kryptowährungen attraktiv.“ Angesichts dessen, dass die inhärente Struktur von Bitcoin darauf ausgelegt sei, die Unzulänglichkeiten des traditionellen Währungsmanagements auszuräumen, werde Bitcoin von vielen als Alternative zum bisherigen Geld angesehen.

Zudem wurde es von der Öffentlichkeit als Alternative zu traditionellen Zahlungsnetzwerken entwickelt, „und ist ein Manifest der demokratischen Wertermittlung, da seine gesamte Existenz auf einem kontinuierlichen Vertrauensvotum beruht“. Es bestehe zudem vollkommene Transparenz, denn der Blockchain-Aspekt ermögliche eine unabänderliche Buchhaltung.

Unabhängige Eigenschaften

Und dann gibt es noch eine weitere Eigenschaft, auf die der Wisdom-Tree-Experten verweist: Im Vergleich zu Gold aber auch den Fiat-Währungen könne die Kryptowährung gut eingewechselt und gespeichert werden. „Und behält dabei ihre unabhängigen Eigenschaften“, fügt Guthrie noch hinzu. Für interessierte Anleger kann sich der Einstieg in die Welt der Kryptowährungen jedenfalls lohnen, wenn auch weiterhin mit großen Kursschwankungen gerechnet werden muss. Doch der Kauf von Kryptowährungen ist nicht ganz einfach, sondern mit einigen hochtechnologischen Schritten verbunden. So muss man sich unter anderem ein virtuelles „Wallet“ zulegen, um darauf etwa Bitcoins aufzubewahren.

Zertifikate als Alternative

Eine weitere Alternative bieten Zertifikate, die lediglich die Kursentwicklung abbilden. So bietet etwa Wisdom Tree ein Exchange Traded Product, kurz ETP (eine besicherte Form eines Zertifikats) an (ISIN: GB00BJYDH287).

Bei Vontobel ist man zuletzt einen Schritt weitergegangen und hat ein Zertifikat aufgelegt, das die Kursentwicklung von insgesamt fünf digitalen Währungen abbildet (DE000VE5CRY7). Das sind Bitcoin, Bitcoin Cash, Ether, Ripple und Litecoin. Ripple und Ether haben nach Bitcoin den größten Marktanteil. Bitcoin Cash ist hingegen die Schwesterwährung von Bitcoin und wurde 2017 abgespaltet. Und Litecoin ist eine Internetwährung, die eine günstige Zahlung im Netz ermöglicht.

Foto: Pixabay / WorldSpectrum

 

 

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