Wie zukunftsfähig unsere Unternehmen sind

Verantwortungsvolles Wirtschaften wird immer wichtiger und auch erfolgreicher.

Harald Kolerus. Eines kann man Österreich nicht vorwerfen: Ein Nachzügler in Sachen Nachhaltigkeit zu sein. Das bestätigten neue Auswertungen, die vom Meinungsforschungsinstitut SORA für Trigos durchgeführt worden sind. Mit diesem Preis werden heimische Unternehmen übrigens heuer bereits zum 17. Mal für ihre Corporate Social Responsibility (CSR) ausgezeichnet.

„Der Mensch steht im Zentrum“

SORA hat nun gemeinsam mit Trigos erstmals eine Analyse der Zukunftsfähigkeit österreichischer Unternehmen erstellt, das erfreuliche Ergebnis lautet: „Heimische Spitzenunternehmen sind für die Herausforderungen der Zukunft, insbesondere in den Schlüsselbereichen Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz und verantwortungsvolles Wirtschaften sehr gut aufgestellt.“ 

Bei der Präsentation der Ergebnisse war auch Michael Landau, Präsident der Caritas (eine der Trigos-Trägerorganisationen), anwesend. Er kommentierte: „Im Zentrum des Wirtschaftens muss der Mensch stehen. Das haben die mit dem Trigos ausgezeichnete Unternehmen erkannt. Man darf also auch auf die Schwachen nicht vergessen, das hat Österreich großgemacht und hat Europa großgemacht. Wir sollten diesen Weg weiter beschreiten, wobei CSR und Erfolg Hand in Hand gehen.“ Landau führte weiter aus, dass „gesellschaftliche Verantwortung heute auch globale Verantwortung bedeutet“, und fügte hinzu: „Bei ökologischen Themen müssen wir die sozialen mitdenken, damit niemand auf der Strecke bleibt.“

Nachhaltigkeit rechnet sich

Dem konnte sich Gerald Schöpfer, er ist Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes und außerdem Wirtschaftshistoriker, anschließen: „Ethisches Handeln zahlt sich auch durchaus ökonomisch aus. Das sieht man z.B. bei nachhaltigen Fonds, sie weisen in der Regel eine bessere Performance auf als konventionelle Produkte, aber zumindest keine schlechtere. Der Trigos wiederum zeigt, wie Unternehmen ein Beispiel geben, und wie man nachhaltiges Wirtschaften ökonomisch, ökologisch und sozial umsetzen kann.“ Womit wir wieder zu den jüngsten Zahlen des Preises zurückkommen: 147 Unternehmen haben 2019 für den Trigos eingereicht, die meisten davon in der Kategorie Klimaschutz. Dies spiegelt auch die vorhandenen Themen und Herausforderungen wider: Maßnahmen gegen die Erderwärmung werden von fast allen Unternehmen stark vorangetrieben. Einige von ihnen sehen sich zudem bereits mit den negativen Folgen des Klimawandels konfrontiert, vor allem in der Landwirtschaft. Die Bandbreite im Umgang mit dem Thema ist dabei groß und reicht von Verhaltensänderungen (z.B. bei der Mitarbeiter-Mobilität) bis hin zu verbesserten bzw. ganz neuen Produktionsprozessen. Das Spektrum der Unternehmen ist ebenfalls breit und vielfältig: Es reicht von Social Enterprises (sie verfolgen Gesellschaftsveränderung als Unternehmenzweck) über Klein-und mittelständischen Familienunternehmen, dem Bereich Handwerk und Gewerbe, bis hin zu Großunternehmen. Zu den Preisträgern des Vorjahres zählen so unterschiedliche Firmen wie Lenzing, Deloitte Österreich oder die Neuburger Fleischlos Gmbh.

Generationenübergreifend

Gabriele Faber-Wiener vom Center for Responsible Management und Mitglied des Österreichischen PR-Ethik-Rats, fasste zusammen: „Der Trigos hat v.a. in den vergangenen beiden Jahren zusätzlich viel an Fahrt aufgenommen. Er ist mittlerweile der renommierteste österreichische Preis für verantwortungsvolles Wirtschaften und Nachhaltigkeit. Heimische Unternehmen haben wiederum erkannt, wie viel Verantwortung sie im Sinne der nächsten Generationen tragen und stellen sich den entscheidenden Fragen für heute und morgen.“

Foto: Pixabay / geralt

 

 

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen