Eine Renditedosis aus Fernost

Der asiatische Gesundheitsmarkt steht – unabhängig von Corona – vor einem neuen Wachstumsschub.

Oliver Kubli, Bellevue Asset Management. Gerade in turbulenten Börsenzeiten gilt der Gesundheitssektor als defensiver Stabilitätsanker für Anlegerdepots. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise haben sich die wichtigsten Healthcare-Indizes besser als der Gesamtmarkt entwickelt. So hat der MSCI World Healthcare Index wieder das Kursniveau vom Jahresanfang erreicht. Der MSCI Asia Pacific Healthcare Index hat den Kurseinbruch vom März mehr als wettgemacht und notiert aktuell 7 % über dem Stand Anfang Jänner. Demgegenüber verzeichnet der MSCI World Index ein Minus von 10 %.

Asiens Kämpfer gegen Covid-19
Während die meisten biopharmazeutische Firmen aus den USA und Europa einem Großteil der Investoren bekannt sind, befindet sich der Gesundheitsmarkt in Asien noch weitgehend unter dem Radar der meisten Anleger. Dabei spielen etliche Firmen aus der Region eine wichtige Rolle im Kampf gegen Covid-19. So entwickelt die chinesische Firma Innovent Biologics monoklonare Antikörper für die Immunisierung gegen Covid-19. Takeda Pharma aus Japan wiede-rum stützt sich mit Immunglobulinen von bereits geheilten Patienten auf ein bewährtes Verfahren, welches die körpereigene Immunabwehr gegen Sars-CoV-2 mobilisieren soll.

Der japanische Pharmakonzern Chugai Pharma entwickelt Actemra, ein gegen Autoimmunkrankheiten zugelassenes Medikament, nun zur Eindämmung von Überreaktionen des Immunsystems, die bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten häufig zum Tod führen. In der Medizintechnik und Diagnostik haben asiatische Firmen bei Schutzkleidung, Masken, Beatmungsgeräten und Testkits eine globale Kundschaft. Mindray aus China verkauft seine Beatmungsgeräte auch in die USA. Top Glove aus Malaysia produziert jährlich 73 Mrd Spitalhandschuhe und baut diese Kapazitäten auf 90 Mrd aus.

In Asien und hier vor allem in China hat die Coronakrise digitalen Technologien zum großen Durchbruch verholfen. Telemedizin und Online-Konsultation von Gesundheitsdienstleistern hatten einen beträchtlichen Anteil daran, dass die Erstversorgung von Patienten nicht von der Infektionswelle überspült wurde. Unternehmen wie Alibaba Health und Ping An Healthcare zählen zu den Gewinnern dieser Entwicklung.

Nachhaltiges strukturelles Wachstum
Unabhängig von der Corona-Krise hat die chinesische Gesundheitsindustrie in den vergangenen Jahren einen Qualitätssprung vollzogen. Die Biomedizin und die Medizintechnik zählen zu den zehn Sektoren, denen im Rahmen des staatlichen Programms „Made in China 2025“ eine Schlüsselrolle zukommt. Belief sich der Anteil der selbst entwickelten Arzneien mit Patentschutz 2018 auf 40 % von allen verkauften Medikamenten, wird dieser Anteil 2023 bei 65 % liegen. Innovent ist mit seiner Entwicklungspipeline gegen Krebs, Immun- und Herz-Kreislauf-Er-krankungen ein Paradebeispiel für den Aufstieg eines biopharmazeutischen Unternehmens. Das Krebsmittel Sintilimab wurde im Dezember 2018 in China als zweite lokal entwickelte Immuntherapie zugelassen.

Aber auch etliche japanische Firmen sind weltweit top. So verfügt der Pharmakonzern Eisai über das weltweit größte Knowhow in der Alzheimerforschung. Astellas Pharma, Chugai Pharma oder Daiichi Sankyo spielen in der Krebsmedizin, der Gentherapie und den seltenen erblichen Erkrankungen ganz vorne mit. In der Medizintechnik sind japanische Firmen Innovationsführer bei Stents, Kathetersystemen und bildgebenden Verfahren. Olympus ist mit einem Marktanteil von 70 % globaler Technologieführer bei Endoskopen.

Insbesondere chinesische Gesundheitsfirmen sind im Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum der nächsten Jahre günstiger bewertet sind als ihre westlichen Pendants. Mit Fondsprodukten wie dem BB Adamant Asia Pacific Healthcare (ISIN: LU1587985570) und dem BB Adamant Emerging Markets Healthcare (LU158522 9187) können Anleger am Wachstumspotenzial dieser Innovationsführer partizipieren.

Foto: Pixabay / kian2018

 

 

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