„Empfindliche“ Aluminiumaktien

Roman Steinbauer. Große Auswirkungen hatte der Nachfrageschock gegen Ende des 1. Quartals auf den internationalen Aluminiumpreis. Mit 1.495 USD/t ist vorläufig ein Boden – wie Ende 2015 oder zu Zeiten der Finanzkrise – erreicht. Folglich gerieten Aktien der Aluminium- und Komponentenhersteller dieses leichten Metalls an vorderster Front in einen Abwärtsstrudel.

Titel des Flaggschiffes Alcoa Corp. (ISIN: US0138721065) gelten stets als richtungsweisend für den Investment-Trend in dieser zyklischen Sparte. Aktuell wird das Papier bei knapp über 8 USD gehandelt. Diese Zahl in der Chart-Skala wurde seit dem Reverse-Split vom Oktober 2016 (drei Aktien wurden zu einer verschmolzen) nicht mehr gesehen. Mit Verbindlichkeiten von 1,95 MrdUSD (1,79 Mrd€) bei einem Umsatz von 10,1 MrdUSD (9,29 Mrd€) sowie einem Buchwert von 23 USD/Aktie weist die Gesellschaft aus Pittsburgh eine reizvolle Relation auf. Auch wenn die Dividende für das laufende Jahr gekürzt werden sollte (0,36 US-Cent für 2019), ist dennoch eine ansprechende Rendite zu erwarten.

Unterschiedliche Einstiegsvoraussetzungen
Die österreichische AMAG Gruppe ist in der Wertschöpfungskette von der Herstellung des Primär-Aluminiums und der Legierungen bis zur Lieferung von Walz -und Gusskomponenten in der Transportbranche integriert. Der Aktienkurs hat sich unterdessen auf das Niveau von Anfang Feber (vor Ausbruch der Corona-Krise) erholt. Die Enttäuschung durch die Bekanntgabe der Ergebnisse des 1. Quartals und eine unsichere Entwicklung führten schon vorlaufend zu heftigen Abgaben. Die bereits seit Jahreswechsel niedrigere Rohstoffkosten-Beschaffung trug bei der AMAG aber auch zu einem positiven Aspekt bei. Die spekulative Fantasie bleibt vorerst begrenzt.

Die Notiz des umsatzstärkeren kalifornischen AMAG-Mitbewerbers Kaiser Aluminium (US4830077040) halbierte sich bis März binnen Wochen. Die 2.830 Mitarbeiter zählende Gesellschaft agiert in erster Linie in der Herstellung gewalzter Weißbleche und beliefert ebenso die Luftfahrt- wie die Autoindustrie. Die jüngste Erholungsbewegung der Titel war hingegen weit geringer. Als Kerninvestoren sind Blackrock (15 %) und die Vanguard Group (12 %) involviert.

Hart wurde zudem die Notiz der Constellium SE (FR0013467479) dezimiert. Die Titel des einst aus Fusionsprozessen zwischen Pechiney, Alusuisse, Alcan und nach dem Aufkauf durch Apollo Management geformten Unternehmens sind extrem schwankungsanfällig. Eine Dividende winkt hier weiterhin nicht.

Foto: AMAG

 

 

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