Die Nationalbank zeigt Humor

Karikaturisten nehmen das Geld auf die Schaufel.

Lea Schweinegger. Das liebe Geld einmal von der humorvollen Seite betrachten zu können, ist wohltuend und nimmt einer vor allem wirtschaftlich unsicheren Zeit für ein paar Stunden die Schärfe. Aber natürlich geht es in der aktuellen Sonderausstellung „Funny Money“ im Geldmuseum der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) nicht ganz so humorvoll zu wie im gleichnamigen Theaterstück des britischen Autors Ray Cooney, in dem ein Buchhalter in der U-Bahn aus Versehen den Aktenkoffer eines Fremden mitnimmt, in dem sich jede Menge Geld befindet. Dazu ist das „Money“ in der Nationalbank wohl auch zu streng bewacht. Aber zumindest wird den Besuchern Heiterkeit beim Betrachten der karikaturistischen Darstellungen zur Bedeutung des Geldes vermittelt. Die Sonderausstellung „Funny Money“ läuft aktuell und ist noch bis 2. Juli 2021 im Geldmuseum der OeNB Nationalbank zu sehen.

„Geld ist Lebensenergie“
Dass Geld allein nicht glücklich macht, weiß man. Aber gerade das Wissen um wirtschaftliche Zusammenhänge und letztlich natürlich auch um die eigenen Finanzen ist essenziell und in Österreich viel zu gering ausgebildet. Experten fordern deshalb seit Jahren, das Thema in den heimischen Lehrplänen stärker zu berücksichtigen. Und auch den Verantwortlichen in der Nationalbank ist es schon seit jeher ein besonderes Anliegen, finanzielle Bildung zu vermitteln (Infos und Material dazu finden Sie auf der Homepage der OeNB).

Humorvolle Betrachtungen
Aber zurück zum Humor: Im Geldmuseum sind aktuell 53 Karikaturen und Cartoons nationaler und internationaler Künstler wie zum Beispiel Rudi Klein, Thomas Wizany, Rolly Kirby, Pascale Velleine und Oliver Schopf zum schnöden Mammon ausgestellt. „Die satirische, kritische und humorvolle Annäherung an die Themen laden zum Nachdenken und Hinterfragen ebenso ein wie zum Lachen. Die Ausstellung ,Funny Money‘ will genau dies bei den Besucherinnen und Besuchern erreichen. Sie bietet die Möglichkeit, Geld- und Wirtschaftsgeschichte einmal von einer ungewohnten und unterhaltsamen Seite zu erleben“, so das Team des Geldmuseums dazu.

Die Wurzeln
Die Karikatur ist als eine überzeichnete, meist komische, aber auch provozierende Darstellung von gesellschaftlichen und politischen Ereignissen oder Personen schon seit dem 18. Jahrhundert weit verbreitet. Im 19. Jahrhundert, zur Zeit der Gründung von Banken und Aktiengesellschaften, fand sie auch in den diversen Wirtschaftszeitungen Eingang. Lange davor, im 16. Jahrhundert, wurden die Menschen mit satirischen Flugblättern beglückt. Die Karikaturisten der damaligen Zeit setzten Maßstäbe für die Karikatur, die noch heute Gültigkeit haben.

In dieser Ausstellung wird Besuchern einmal mehr bewusst gemacht, dass das Dreieck Geld-Währung-Wirtschaft ein zentrales Thema einer Gesellschaft ist und uns alle tagtäglich betrifft - aber eben diesmal mit einem Schuss Humor.

Foto: Geldmuseum der Belgischen Nationalbank. Honoré Daumier: „Bourse (Börse)“. Ursprünglich als schwarz-weiß Druck erschienen in Le Charivari, 27. August 1853

 

 

Auf Facebook teilen Diesen Artikel teilen